Liv golf: personalabbau droht – suche nach investoren läuft

Schwerer Schlag für LIV Golf: Die umstrittene Golf-Liga hat ihre Mitarbeiter in den USA und Großbritannien über mögliche Entlassungen informiert. Im Angesicht der gescheiterten Suche nach einem neuen, langfristigen Finanzpartner muss LIV Golf offenbar sparen, um die eigene Existenz zu sichern. Die Nachricht wirft erneut Fragen nach der Zukunft des Formats auf, das seit 2022 die etablierten Strukturen des PGA Tour herausfordert.

Die finanzielle lage: ein wettlauf gegen die zeit

Die Entscheidung, das Verfahren zur Ankündigung von möglichen Personalabbau-Maßnahmen einzuleiten, sei ein notwendiger Schritt der Planung angesichts verschiedener Szenarien im Zuge der Suche nach neuen Investoren, so ein offizielles Statement der Liga. LIV Golf sucht derzeit verzweifelt nach Kapital in Höhe von 250 bis 350 Millionen US-Dollar – eine Summe, die dem Public Investment Fund (PIF) offenbar nicht mehr zur Verfügung gestellt wird, sobald die Saison 2026 endet. Das PIF, der saudi-arabische Staatsfonds, war bisher der Hauptsponsor der Liga.

Die Liga beteuert zwar, dass es derzeit keine Veränderungen in der Belegschaft, den Abläufen oder dem Turnierkalender gibt. Doch die Ankündigung deutet auf eine angespannte finanzielle Situation hin. Die Verantwortlichen präsentieren zwar optimistische Zahlen – so soll der Umsatz zwischen 2024 und 2025 verdoppelt und in diesem Jahr um weitere 100 Millionen US-Dollar gesteigert werden – doch die Suche nach einem Investor ist offenbar alles andere als einfach.

Ein neues geschäftsmodell: weniger turniere, mehr fokus

Ein neues geschäftsmodell: weniger turniere, mehr fokus

Im Rahmen der Suche nach neuen Investoren hat LIV Golf ein überarbeitetes Geschäftsmodell vorgestellt. Das geplante Jahresprogramm umfasst lediglich zehn Turniere, ein deutlicher Rückgang gegenüber den bisherigen Wettbewerben. Die Liga setzt auf eine Profitabilität innerhalb von drei Jahren und möchte ihre 13 Teams als wertvolle Franchise-Unternehmen positionieren. Der CEO von LIV Golf, Scott O’Neil, beschreibt die Herausforderung als eine der größten seiner Karriere, betont aber gleichzeitig das globale Potenzial und die Attraktivität des Formats.

LIV Golf hat seit seinem Start im Jahr 2022 mit einem revolutionären Konzept für Aufsehen gesorgt: Team-Wettbewerbe, 54-Loch-Turniere und lukrative Preisgelder von 25 Millionen US-Dollar pro Turnier. Die Liga konnte durch hohe garantierte Verträge zahlreiche Top-Spieler wie Phil Mickelson, Dustin Johnson und Jon Rahm für sich gewinnen – ein Schachzug, der die PGA Tour vor eine große Herausforderung gestellt hat. Ob dieses Modell langfristig tragfähig ist, bleibt abzuwarten, besonders angesichts der aktuellen finanziellen Engpässe.

Die Lüge der saudi-arabischen Staatsfonds, die ein Märchen von endloser finanzieller Unterstützung erzählte, ist geplatzt. Die Mitarbeiter von LIV Golf zahlen nun den Preis für eine waghalsige Strategie, die auf kurzfristigen Erfolg und der Anwerbung von Stars basierte. Die Suche nach einem Investor wird zur Zitterpartie, und die Zukunft der Liga hängt am seidenen Faden. Ein weiteres Jahr der Ungewissheit beginnt.