Littler stürmt die darts-welt: rekorde, hype und die nächste generation

Der Darts-Sport hat einen neuen Star: Luke Littler. Der 19-Jährige aus England hat in den letzten Monaten die Pfeil-Szene im Sturm erobert und einen Hype ausgelöst, der seinesgleichen sucht. Von Rekorden über Ausbuhen bis hin zu Bodyguards – der Aufstieg des Teenagers ist geradezu phänomenal.

Littler über seinen erfolg und die mentale stärke

Im Exklusiv-Interview mit Sport BILD spricht Luke Littler über den immensen Druck, den er aktuell erlebt, und wie er lernt, damit umzugehen. Das Gespräch gewährt einen seltenen Einblick in die Gedankenwelt des jungen Weltmeisters und zeigt, wie er sich von den Erwartungen der Fans und dem Hype um seine Person nicht beeindrucken lässt. Besonders interessant ist seine Einschätzung zum Verhältnis zwischen Erfolg und mentaler Stärke – eine Kombination, die ihm bisher außergewöhnlich gut zu stehen scheint.

Ein amüsantes Detail: Bei einer Frage nach dem wahrscheinlicheren Ereignis – ein Sieg von seinem Lieblingsverein Manchester United in fünf Spielen in Folge oder ein erneuter Weltmeistertitel Littlers – lachte der junge Darts-Star. „Im Moment spielen wir ja ganz gut, vielleicht haben wir eine Chance, schneller zu sein als ich“, so Littler, der aber betonte, dass die Weltmeisterschaft ja nur einmal im Jahr stattfindet.

Die Schattenseiten des Erfolgs

Doch der Ruhm hat auch seine Kehrseite. In Göttingen kam es kürzlich zu einem Vorfall, bei dem deutsche Fans einen Spieler derart laut ausbuhten, dass die Partie unterbrochen werden musste. Littler, der selbst bereits Erfahrungen mit Buhrufen gemacht hat, weiß, wie sich das anfühlt: „Manche Spieler werden eben nicht gemocht. Gegen bestimmte Gegner wollen die Fans nicht, dass du gewinnst. So ist das nun mal.“ Er betont, dass er gelernt habe, sich darauf zu konzentrieren und sein eigenes Spiel zu spielen, was ihm in der Vergangenheit immer wieder gelungen ist.

„Es geht nur darum, alles auszublenden und mein eigenes Spiel zu spielen“, erklärt Littler. „Darin bin ich in den vergangenen zwei Jahren ziemlich gut geworden.“ Er gesteht ein, dass er früher damit Schwierigkeiten hatte, aber mittlerweile gelernt hat, die Reaktionen des Publikums zu ignorieren – zumindest, solange er nicht verliert.

Der „big deal“ und der alltag

Der „big deal“ und der alltag

Der Hype um Littler ist allgegenwärtig. In England benötigt er sogar Bodyguards. Er erinnert sich an den Moment, als er realisierte, dass er ein „Big Deal“ geworden war: „Nach meiner ersten Weltmeisterschaft. Plötzlich wollte jeder gegen mich gewinnen.“ Seitdem spielen viele Gegner ihre besten Spiele gegen ihn, und er weiß, dass er immer seine Top-Leistung bringen muss.

Der Alltag eines Weltmeisters ist geprägt von Terminen und Verpflichtungen. Littler räumt ein, dass er sich manchmal wünschte, einfach nur ein Dartspieler zu sein und nicht eine Art Promi. „Aber das gehört eben dazu, wenn man Weltmeister wird.“

Die Zukunft gehört Littler

Er ist noch 19, spielt Xbox und verbringt Zeit mit Freunden. Doch Littler hat auch große Ziele vor Augen: „Ich will einfach weiterspielen und weiter die Nummer eins der Welt sein. Mein Ziel ist es, Rekorde von Phil Taylor zu brechen, zum Beispiel die längste Zeit an der Spitze.“ Dabei stützt er sich auf die Unterstützung seiner Familie und Freunde, die ihn bei all seinen Verpflichtungen begleiten.

Auch wenn die zahlreichen Reisen und Termine manchmal anstrengend sind, so weiß Littler doch, dass er seinen Traum lebt. Die nächste Generation des Darts hat begonnen – und sie hat ihren Namen: Luke Littler.