Littler spuckt nottingham an: 0:1-geste entzweit die arena
Pfiffe, Buhrufe, dann die Geste: Luke Littler formte mit den Fingern eine Null und eine Eins – und stellte damit den kompletten Nottinghamer Obolentopf auf den Kopf. Der 19-jährige Darts-Weltmeister schlug sich nicht nur sportlich mit Gerwyn Price rum, sondern zog auch das Publikum in seinen Strudel.
Die provokation kam nach dem 6:5-sieg
Die Zahlen waren klar: 6:5 gegen Price, 5:6 gegen Humphries im Anschluss. Doch die eigentliche Niederlage kassierten die Fans, die ihren Klub Nottingham Forest am Donnerstagabend in der Europa League mit 0:1 gegen Midtjylland hatte verzweifeln sehen – und nun dieselbe Klatsche ausgerechnet vom flippigen Teenager auf der Bühne serviert bekamen.
Littler ruderte nach dem entscheidenden Doppel-10-Abschluss wie ein Vierundzwanziger mit verrosteten Riemen, schürte die Aggression und ließ die Pfeifkonzerte nur noch lauter werden. „Seit letztem Jahr, vielleicht sogar zwei Jahren, war es sehr schwierig“, sagte er hinterher vor der Sky-Kamera. Die Botschaft dahinter: Er spielt das Spielchen mit, aber er bestimmt den Rhythmus.

Die arena verstummte im halbfinale
Was niemand erwartete: Als Littler erneut einlief, schlichen sich nur noch vereinzelte Zwischenrufe durch die Halle. Die Drohung, mit der Null-Eins-Geste den Platzverweis für Forest nachzuzeichnen, hatte ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Stimmung kippte in eine Mischung aus Respekt und sprachloser Wut.
Der Juror des Abends war am Ende nicht die Dartscheibe, sondern der 19-Jährige selbst. Er zieht durch die Premier League und kassiert Buhs wie andere Applaus – und kontert mit Siegen und Seitenhieben, die direkt unter die Haut gehen.
Littler bleibt die Unruhe, die die Liga braucht. Nottingham trägt die Null, er die Eins – und die Darts-Welt schaut gebannt zu, wann der Nächste am Pranger steht.
