Lisewski: vom dortmunder talent zum nürnberger schlüsselspieler?
Robin Lisewski, der junge Torwart, der vor einem Jahr aus Dortmund nach Nürnberg wechselte, scheint sich seinen Stammplatz im Frankenland mehr als nur verdient zu haben. Seine Leistungen in der Regionalliga Bayern sind beeindruckend, und die Zeichen deuten darauf hin, dass der 20-Jährige bald in die Zweitliga-Mannschaft aufsteigen könnte – ein Wechsel, der die Torwart-Situation beim 1. FC Nürnberg grundlegend verändern könnte.
Ein prestigeduell mit deutlichem ergebnis
Der jüngste Beweis für Lisewskis Klasse war der klare 4:1-Sieg der U 23 gegen den FC Bayern München II. Ein Spiel, das nicht nur drei späte Treffer für die Mittelfranken bescherte, sondern auch Lisewskis außergewöhnliche Fähigkeiten unterstrich. Der junge Keeper hielt seinen Kasten zum wiederholten Male sauber und bewies einmal mehr, warum er zu den besten Torhütern der Regionalliga zählt.
Nur 29 Gegentore in 24 Spielen – diese Bilanz spricht Bände über die Stabilität der Nürnberger Defensive, in deren Zentrum Lisewski steht. Seine zwölf Partien ohne Gegentor und seine vier sauberen Tafeln in den letzten sechs Spielen sind beeindruckende Werte. Der 1,95 Meter große Schlussmann erinnert mit seiner Statur an Gianluigi Donnarumma, überzeugt aber nicht nur durch seine Physis, sondern auch durch sein herausragendes Stellungsspiel und seine präzise Spieleröffnung.

Die dortmunder jugendakademie und der sprung nach nürnberg
Lisewskis Karriere begann bei Borussia Dortmund, wo er elf Jahre lang die Jugendabteilungen durchlief. Er war Kapitän der U 19 und wurde sogar für das Champions-League-Achtelfinale gegen OSC Lille in den Kader berufen. Doch im Sommer 2023 suchte er nach einer neuen Herausforderung, einer Möglichkeit, den nächsten Schritt in seiner Karriere zu gehen. Nürnberg bot ihm genau diese Perspektive.
„Ich habe mich hier schnell eingelebt“, so Lisewski. Besonders Rafael Lubach, ein ehemaliger Teamkollege aus der Dortmunder Jugend, unterstützte ihn bei der Integration. Lubach, der bereits im Profikader des FCN aktiv ist, riet ihm zum Wechsel und erleichterte ihm den Start in Franken.
Auch die Wertschätzung durch Torwarttrainer Dennis Neudahm spielte eine entscheidende Rolle bei Lisewskis Entscheidung für Nürnberg. Neudahm bereitete Videocalls vor, in denen er Lisewskis Stärken und Schwächen analysierte und ihm einen konkreten Plan zur Weiterentwicklung aufzeigte. Ein Plan, der offenbar hervorragend funktioniert.

Ein torwartteam, das sich pusht
Lisewski profitiert enorm von der Atmosphäre im Torwartteam des FCN. Neben Neudahm unterstützt ihn auch Christian Mathenia, ein erfahrener Bundesligakeeper, der ihm mit seiner Erfahrung zur Seite steht. „Von Chris kann ich sehr viel lernen. Er ist wie ein zweiter Torwarttrainer“, so Lisewski. Auch die gute Beziehung zu Stammkeeper Jan Reichert, von dem er sich gerne Tipps holt, trägt zu seiner Entwicklung bei.
Neudahm sieht in Lisewski einen zukünftigen Bundesliga-Torwart und betont, dass er kontinuierlich an seiner Athletik, Schnellkraft und Positionierung arbeitet. Seine Beidfüßigkeit ermöglicht ihm eine variantenreichere Spieleröffnung, und sein Körpermaß hilft ihm bei hohen Flanken.
Die erste Nominierung für die Profimannschaft gegen Dynamo Dresden war für Lisewski ein weiterer Karriereschritt, der ihm Lust auf mehr macht. Im Moment konzentriert er sich jedoch auf sein Ziel, mit der U 23 Regionalligameister zu werden. „Auch wenn wir nicht aufsteigen werden, möchte ich Regionalligameister werden. Das wäre die Bestätigung dieser tollen Saison.“
Obwohl die Mannschaft nach dem Sieg gegen Bayern München noch kein großes Fest feierte, sondern sich stattdessen auf das nächste Spiel konzentrierte, ist eines klar: Mit Spielern wie Robin Lisewski hat der 1. FC Nürnberg alle Trümpfe in der Hand, um seine Ziele zu erreichen und die Regionalliga Bayern zu erobern. Der Aufstieg von Lisewski könnte bald die ersten Veränderungen in der Hierarchie der Nürnberger Torhüter bedeuten – und das schon im Sommer.
