Lipowitz trainiert im höhentraining: "ganz schön kräftezehrend"
Florian Lipowitz, der im vergangenen Jahr Dritter der Tour de France war, bereitet sich intensiv auf die kommende Frankreich-Rundfahrt vor. Ein Blick hinter die Kulissen seines Trainingslagers in der Sierra Nevada offenbart die enorme Belastung, die er auf sich nimmt, um seine Position im Peloton weiter zu festigen.
Die hitze als verbündete: lipowitz' vorbereitung in spanien
Seit anderthalb Wochen schwitzt der deutsche Hoffnungsträger in der südspanischen Hitze. In der Sierra Nevada absolviert er sein umfangreiches Höhentrainingslager, das den letzten großen Trainingsblock vor dem Start der Tour de France am 4. Juli in Barcelona darstellt. Lipowitz gab nun erstmals Einblicke in sein hartes Programm: "Viereinhalb Stunden mit Intervallen bei 35 oder 36 Grad", berichtete er. "Ganz schön kräftezehrend", räumte er ein, betonte aber gleichzeitig, dass er diese Herausforderung schätzt. Die heißen Bedingungen in Spanien bereiten ihn optimal auf die Temperaturen vor, die ihn auch bei der Tour erwarten könnten – "lieber zu warm als zu kalt", so Lipowitz.
Nach dem anstrengenden Training fand sich Lipowitz am Donnerstagabend vor einem Bildschirm wieder, auf dem er zahlreiche Medienvertreter in kleinen Kacheln sah. In einer 45-minütigen Online-Interviewrunde nahm er sich Zeit, um Fragen zu beantworten und einen Ausblick auf die bevorstehende Saison zu geben. Die meisten Aussagen, die in den kommenden Wochen in den deutschen Medien und auf radsport-news.com zu finden sein werden, stammen aus diesem Gespräch.

Doppelspitze mit evenepoel: erwartungen und harmonie
Lipowitz äußerte sich auch zur geplanten Doppelspitze mit Remco Evenepoel, dem Neuzugang des Red Bull-Bora-hansgrohe-Teams. "Ich glaube, es läuft ziemlich gut. Wir haben in Katalonien gut zusammen funktioniert und die Stimmung ist auch immer gut, wenn wir zusammen sind", so der 25-Jährige. Das Team setzt auf die Kombination aus Lipowitz' Ausdauer und Evenepoels explosiver Kraft, um bei der Tour de France erfolgreich zu sein.
Ein weiterer Wunsch Lipowitz' ist die Beteiligung eines weiteren deutschen Fahrers am Tour-Kader. "Am Ende hätte ich natürlich immer gern noch einen deutschen Fahrer an meiner Seite. Das ist manchmal ein bisschen einfacher in den drei Wochen, wenn man manchmal auch ein Wort auf Deutsch wechseln kann", erklärte er und nannte Nico Denz als Beispiel, obwohl dessen Genesung nach dem Sturz bei der Giro d’Italia noch ungewiss ist. Die Teamharmonie, so Lipowitz, sei trotz der anspruchsvollen Trainingsbedingungen gegeben: "So ein Höhentrainingslager, wenn man hier zu sechst oder siebt jeden Tag trainiert, isst und die Zeit verbringt, schweißt natürlich auch zusammen."
Lipowitz und sein Team werden bis zum 10. Juni in der Sierra Nevada bleiben, bevor es für einige Tage nach Hause nach Seefeld in Tirol geht. Anschließend steht die Tour of Slovenia auf dem Programm, gefolgt von einem weiteren Höhentrainingslager in Kühtai, wo auch seine Lebensgefährtin, die Mountainbikerin Antonia Weeger, dabei sein wird. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, und Lipowitz ist fest entschlossen, bei der Tour de France den nächsten Podestplatz zu erkämpfen.
Obwohl er sich über die Kenntnisse der Journalisten über seine Familiengeschichte amüsierte – "Sie wissen ja mehr über meine Vorfahren, als ich selbst!" – bleibt Lipowitz fokussiert auf sein Ziel: die Lücke zu Pogacar und Vingegaard zu schließen und seine Ambitionen bei der Tour de France zu verwirklichen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich seine harte Arbeit auszahlt.
