Lipowitz: tour-pause kommt zum glück – angriff in der zweiten woche!
Die Sonne brennt, die Beine schmerzen, aber Florian Lipowitz kann lächeln. Nach neun anstrengenden Etappen bei der Tour de France genießt der deutsche Radstar die wohlverdiente Ruhetagspause und blickt optimistisch auf die zweite Woche. Die Hitze hat die Fahrer hart getroffen, aber Lipowitz scheint gestärkt aus dieser Phase hervorzugehen.

Zwischenbilanz: rang sieben und ein auge auf das podium
Der Vorjahresdritte liegt aktuell auf dem siebten Platz des Gesamtklassements, nur 33 Sekunden hinter Isaac del Toro. Das Podium ist also durchaus im Blick. Lipowitz weiß, dass die kommenden Etappen härter werden und die Gesamtklassementfahrer stärker unter Druck geraten werden. „Es kommen jetzt mehr harte Etappen, dann wird es sich langsam selektieren“, so der 25-Jährige. Besonders die Etappe Richtung Le Markstein am Ende der Woche verspricht dramatische Wendungen in der Gesamtwertung.
Doch die interne Konstellation im Red Bull-Bora-hansgrohe-Team wirft einen interessanten Schatten auf die Strategie. Remco Evenepoel, der mit großem Aufwand ins Team geholt wurde, liegt nur drei Sekunden hinter del Toro und scheint derzeit die Nase vorn zu haben. Die öffentlich ausgetragene Auseinandersetzung zwischen den beiden Teamkollegen vor wenigen Tagen deutet auf eine angespannte Situation hin. Lipowitz versorgte Evenepoel während der neunten Etappe selbstlos mit Wasser, ein Zeichen von Teamgeist, das die Fernsehregie nicht unbemerkt ließ.
„Wir müssen uns da vorne einig sein. Wenn die Flaschen leer sind, muss jemand nach hinten kommen“, erklärte Lipowitz pragmatisch. Bei einer kleinen Gruppe sei das ohnehin kein Problem, da Energie gespart werden könne. Ralph Denk, der Teamchef, deutete im Podcast des Teams an, dass beide Fahrer unterstützt werden, solange sie sich gut fühlen, und eventuell sogar versuchen könnten, etwas zu riskieren. Die Frage ist, ob Lipowitz und Evenepoel ihre Kräfte bündeln oder ob die Kapitänsfrage sich in den kommenden Tagen neu zuspitzt.
Am Montag haben beide Zeit, die Beine zu regenerieren. Am Dienstag, dem französischen Nationalfeiertag, steht dann eine anspruchsvolle Etappe mit zwei Anstiegen der ersten Kategorie an. Experten erwarten ein taktisches Race, bei dem sich die Klassementfahrer gegenseitig attackieren werden. Es bleibt spannend, wer sich diesen Tag am besten aussuchen kann – und wer am Ende die Tour de France für sich entscheiden wird. Lipowitz und Evenepoel werden zweifellos alles daran setzen, um eine entscheidende Rolle zu spielen.
