Lipowitz hält anschluss an spitze – baskenland-rundfahrt wird zur zitterpartie
Florian Lipowitz lebt. Der 22-Jährige tuckerte am Mittwoch mit 152,8 km Asphalt unter den Reifen und 1:04 Minuten Rückstand auf Etappensieger Axel Laurance ins Ziel von Basauri – und blieb damit im Kampf um das Podest der Baskenland-Rundfahrt obenauf. Platz drei im Klassement, 2:08 Minuten hinter Paul Seixas, der weiter im Gelben glänzt. Ein Hauch von Hoffnung, ein Hauch von Druck.
Laurance nutzt die schlussphase, seixas nutzt die ruhe
Die dritte Etappe war kein Bergmonster, aber ein Dauerbrenner. Hügel auf, Hügel ab, kein Moment zum Durchatmen. Laurance und Igor Arrieta rissen sich 14 km vor dem Ziel los, zwei Sekunden reichten dem Briten zum Sieg. Dahinter: ein geduldiges Red Bull-Bora-hansgrohe, das lieber das Gelbe bewachte als das Tagesglück riskierte. Primoz Roglic blieb wie Lipowitz in Deckung, verlor keine Sekunde – und verlor auch keine Nerven.
Hinter den Kulissen aber rissen zwei Karrieren kurz ab. Isaac Del Toro, Mexikos Next Big Thing, stieg nach einem Sturz aus. Mikel Landa, Sturzopfer vom Vortag, trat gar nicht erst an. Die Liste der Ausgeschiedenen liest sich wie ein Who-is-Who der Klettertalente. Die Baskenland-Rundfahrt spielt erbarmungslos, sie spielt schnell.

Donnerstag wartet 3.200 höhenmeter – und ein wort namens erosion
Am Horizont: Galdakao–Galdakao, 167,2 km, fünf Anstiege, 3.200 hm. Ein Tag, der Knochen aushöhlt und Zeitabstände explodieren lässt. Lipowitz muss nicht angreifen, aber er darf nichts mehr verlieren. Seixas hat 1:59 auf Roglic, 2:08 auf Lipowitz – ein Polster, das bei der ersten Betonrampe schon 30 Sekunden schrumpfen kann. Die Frage ist nicht, ob das Rennen platzt, sondern wann.
Die Antwort gibt die Straße. Und die verzeiht keine schwachen Beine.
