Lipowitz: angriff auf pogacar? der deutsche hoffnungsträger bei der tour de france
Barcelona fiebert, die Luft knistert – und Florian Lipowitz scheint bereit für seinen größten Auftritt. Nach dem sensationellen dritten Platz im Vorjahr kehrt der deutsche Radsportler zur Tour de France zurück, diesmal mit noch größeren Zielen und einem prominenten Verbündeten an seiner Seite: Remco Evenepoel.
Ein jahr der reife und des selbstvertrauens
Die Erwartungen an Lipowitz sind – wie er selbst zugab – immens. Doch der ehemalige Biathlet aus Ulm scheint dem Druck gewachsen zu sein. Nach einem intensiven Trainingslager in den Stubaier Alpen, wo er sich neben dem harten Training auch ein wenig Erholung mit seiner Freundin gönnte, präsentiert sich Lipowitz gereift und selbstbewusst. Der Gewinn der Slowenien-Rundfahrt, mit zwei Etappen Siegen, spricht eine deutliche Sprache.
Ralph Denk, Teamchef von Red Bull-Bora-hansgrohe, sieht in Lipowitz einen Fahrer, der sich deutlich gesteigert hat. "Siege bringen immer Selbstvertrauen", so Denk. Und dieses Selbstvertrauen wird Lipowitz zweifellos benötigen, denn der Kampf um das Podium dürfte in diesem Jahr härter sein denn je.

Evenepoel als wingman – und mehr?
Die Anwesenheit von Remco Evenepoel im Team ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits bietet der belgische Doppel-Olympiasieger eine enorme Stärke, andererseits birgt die Zusammenarbeit auch Konfliktpotenzial. Denk betonte zwar, dass beide Fahrer "gleichberechtigt" seien, doch in der Realität dürfte Evenepoel zumindest zu Beginn der Tour de France im Rampenlicht stehen. Aber was passiert, wenn der Vuelta-Sieger von 2022 frühzeitig in Schwierigkeiten gerät? Dann könnte Evenepoel durchaus als Edelhelfer für Lipowitz fungieren, insbesondere in den entscheidenden Alpenetappen.
Paul Seixas, das französische Wunderkind, stellt eine weitere Unbekannte dar. Der 19-Jährige hat im Frühjahr bereits für Furore gesorgt, doch ob er über drei Wochen konstant auf diesem Niveau performen kann, bleibt abzuwarten. Lipowitz schielt deshalb nicht nur auf Vingegaard, sondern wagt auch den Blick auf den amtierenden Tour-Dominator Tadej Pogacar. "Er ist der kompakteste Fahrer, den ich je gesehen habe. Ihn zu schlagen ist fast unmöglich – aber eben nicht ganz.", so Lipowitz mit einem Augenzwinkern.
Die 113. Tour de France verspricht ein packendes Rennen zu werden, in dem sich Lipowitz und sein Team mit den stärksten Fahrern der Welt messen müssen. Und wer weiß, vielleicht gelingt dem Ulmer ja doch noch der erste deutsche Toursieg seit Jan Ullrich 1997. Die Fans dürfen sich freuen auf spannende Rennen und unerwartete Wendungen.
