Lilli tagger schmeißt badosa raus – roland-garros-traum zerplatzt in linz

18 Jahre, Nummer 117 der Welt und wild entschlossen: Lilli Tagger hat in der TipsArena von Linz den nächsten Sensations-Coup gelandet und Paula Badosa mit 6:4, 7:6(2) aus dem WTA-Indoor-Turnier geworfen. Für die Spanierin war es die letzte echte Chance, noch vor dem Montag-Stichtag in die Top-104 zu klettern und sich damit ein Fix-Startrecht für Roland Garros zu sichern. Jetzt droht ihr das Qualifikations-Geplänkel in Paris.

Die rechnung ging nicht auf

Badosa, vor zwei Jahren noch Weltnummer 2, hatte in Oberösterreich eine Wildcard erhalten, um Matchrhythmus zu tanken. Alles schien nach Plan, als sie in Charleston die Achtelfinals erreichte. Doch gegen Tagger kam sie nie richtig in Tritt. Die Oberösterreicherin servierte mutig, nahm den Ball früh und ließ Badosa in der 1. Aufschlag-Rückkehr stolpern. Ein Doppelfehler bei 5:4 im Tiebreak besiegelte die vorzeitige Heimreise für die 26-Jährige.

Die Statistik liest sich hart: Badosa verwandelte nur 33 % ihrer Break-Chanchen, schlug 7 Doppelfehler und gewann gerade einmal 44 % der Punkte hinter dem zweiten Aufschlag. Tagger dagegen spielte mit dem Selbstvertrauen eines Kindes, das vor heimischem Publikum nichts zu verlieren hat. Neben ihrer Bank: Francesca Schiavone, die italienische French-Open-Siegerin von 2010, die als Mentorin fungiert.

Rouen wird zur zitter-partie

Rouen wird zur zitter-partie

Jetzt heißt es Koffer packen und nach Frankreich weiterspielen. Badosa erhielt erneut eine Startberechtigung für das WTA-250-Event in Rouen. Dort muss sie mindestens das Halbfinale erreichen, um noch theoretische Chancen auf eine direkte Roland-Garros-Nominierung zu wahren. Die Realität: Selbst ein Titel würde sie nur auf Platz 102 hieven – und damit exakt an der Qualifikationsgrenze kratzen.

Das Prozedere ist brutal. Ohne weiteren Ausfall in den Top-104 landet Badosa am Dienstag in der Qualifikation von Paris. Drei Matches in drei Tagen auf roter Asche, um sich unter die letzten 128 zu mogeln. Für eine Spielerin, die 2021 noch im Hauptfeld der Top-Ten gesetzt war, ein Schock.

Tagger feiert indes den größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere. Mit dem Einzug ins Viertelfinale springt sie auf Live-Rangliste 107 und kann in den kommenden Wochen erstmals die Top-100-Türe aufstoßen. Ihr nächster Gegner: die an Position 3 gesetzte Elise Mertens. Ein Schelm, wer daran denkt, dass auch diese Partie vor heimischer Kulisse stattfindet.

Paris brennt, die Uhr tickt – und Badosa muss zusehen, wie sich ihre Saison in 48 Stunden neu erfindet. Sonst heißt es: Quali oder nichts. Das ist der kalbe Sport.