Liebscher-lucz kämpft sich ins finale – mit der schulter!
Szeged – Ein ungewöhnlicher Zwischenfall verzögerte den Start von Tom Liebscher-Lucz beim Weltcup-Auftakt in Ungarn erheblich. Der dreifache Olympiasieger steckte 25 Minuten lang in einer Toilette fest und musste die Tür schließlich mit Gewalt aufbrechen. Ein Start in die Hose gehen? Zum Glück nicht!
Ein unfreiwilliger zwangsstopp vor dem rennen
Die Situation war angespannt: Nur 25 Minuten vor seinem Rennen im Kajak-Vierer fand sich Liebscher-Lucz plötzlich in einer verschlossenen Toilette wieder. „Ich war komplett eingeschlossen und kam einfach nicht raus“, berichtet der 32-Jährige. Die Bemühungen, Hilfe von außen zu bekommen, blieben erfolglos. Die Uhr tickte, und die Anspannung wuchs. Schließlich entschied sich Liebscher-Lucz für eine drastische Maßnahme. „Irgendwann habe ich gesagt: ‚Stopp!‘ und die Tür mit meiner Schulter aufgebrochen.“ Eine Aktion, die er sich vermutlich lieber hätte erspart.
Ein Wettkampf gegen die Zeit: Der Vorfall wirft ein absurres Licht auf den Druck, der mit dem Wettkampf verbunden ist. Liebscher-Lucz musste nicht nur seine sportliche Leistung abrufen, sondern kämpfte auch gegen eine technische Panne an – und das in einem Badezimmer! „Es tut mir leid, das war mein Fehler, aber ich wollte einfach nur zum Rennen“, erklärte er reumütig.

Rückkampf geglückt: finale erreicht
Trotz des holprigen Starts schaffte es Liebscher-Lucz, sich rechtzeitig an die Startlinie zu begeben. Mit dem deutschen Kajak-Vierer belegte er hinter Australien den zweiten Platz und sicherte sich damit einen Startplatz im Finale. Die Saison 2025 war für den erfahrenen Sportler nicht von Erfolg gekrönt gewesen; er hatte seinen Platz im Vierer verloren. Dieser Weltcup-Auftakt markiert seinen erfolgreichen Rückkampf – eine willkommene Genugtuung für den dreifachen Olympiasieger. Die Tatsache, dass er diese Hürde so spektakulär überwand, macht seinen Erfolg umso bemerkenswerter.
Liebscher-Lucz, der bereits 2016, 2020 und 2024 mit dem K4 olympisches Gold gewann, bewies einmal mehr seine Zähigkeit und seinen unbändigen Willen. Sein Auftritt in Szeged ist nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern auch eine Geschichte von Improvisation und Durchsetzungsvermögen. Die Organisatoren können sich sicher sein: Ein ähnlicher Vorfall wird sich so schnell nicht wiederholen.
