Leweling raus, nagelsmann stutzt: dfb-team schrumpft vor wm-tests
Jamie Leweling hat das Lager verlassen, Julian Nagelsmann verliert den zweiten Flügelspieler innerhalb von sieben Tagen. Muskelstrang im Unterschenkel – drei Wörter, die die deutsche Nationalmannschaft vor den Testspielen gegen die Schweiz und Ghana erneut durcheinanderwirbeln.

Stuttgart-duo rückt nach, bayern-star bleibt außen vor
Der 25-Jährige reiste trotz Schmerzen nach Herzogenaurach, ließ sich bildgebend untersuchen, erhielt die Diagnose: keine Belastung möglich. Fakt ist: Leweling fehlt, seine Stamm-Position auf der rechten Außenbahn wird umgebaut. Wer sie übernimmt? Nagelsmann schweigt, doch die Zahlen sprechen laut: In 17 Bundesliga-Einsätzen dieser Saison erzielte Leweling fünf Vorlagen, sprintet im Schnitt 34,2 km/h – Tempo, das derzeit niemand im Kader so konstant bringt.
Der Verband muss umdisponieren. Angelo Stiller und Chris Führich sind bereits aus Stuttgart angerückt, doch beide sind zentrale Mittelfeld- oder Linksvarianten. Eine direkte Ersatz-Lösung für Leweling steht nicht parat. Die Ironie: Während der VfB drei Spieler an den DFB liefert, muss Bayern-Keeper Pavlovic wegen Hüftflexor-Problemen zu Hause bleiben – und dessen Club-Kollege Jamal Musiala kann nur reduziert trainieren.
Nagelsmann hatte die Testspiele als „Endprobe vor dem Turnier“ bezeichnet. Jetzt fehlen ihm zwei potenzielle Startelf-Kandidaten, der Kader schrumpft auf 22 Feldspieler. Die Frage ist nicht mehr, ob er nachnominiert, sondern wen er riskieren will. Ein Abruf von Serge Gnabry? Oder vertraut er auf die Geschwindigkeit von Florian Wirtz, der Lewelings Position schon in der A-Jugend spielte?
Die Schweizer in Basel und Ghana in Stuttgart werden es merken: Die deutsche Mannschaft tritt mit improvisierten Flügeln an. Lewelings Ausfall mag klein wirken, doch er zwingt Nagelsmann, sein System umzubauen – und das nur 174 Tage vor der WM. Die Uhr tickt, die Lösungen werden knapp.
