Leverkusens offensive bricht weg: kehrer erleidet zweiten meniskusriss, wrigge kreuzband-out

Bayer Leverkusen muss den Rest der Saison ohne zwei Angreiferinnen planen. Caroline Kehrer riss sich erneut den Meniskus – dieselbe Verletzung wie vor elf Monaten. Amy Wrigge zerriß das vordere Kreuzband, fällt mindestens ein halbes Jahr aus.

Kehrer trifft dieselbe wunde, wrigge dieselbe unschuld

Die Kanadierin hatte sich beim Aufwärmen vor dem 0:1 gegen Hoffenheim das Knie verdreht. Die Diagnose: mediaaler Meniskusriss, rechts. Schon im Mai 2023 hatte sie links denselben Schaden – ein Déjà-vu mit Folgen. „Sie war gerade wieder in Topform“, sagt Coach Roberto Pätzold, der damit seine wichtigste Lauf- und Pressingmaschine verliert. 16 Spiele, zwei Tore, vier Assists – Zahlen, die die Lücke beschreiben, die entsteht.

Neun Tage später folgte der nächste Schlag. Wrigge, 17, Deutschlands U-19-Nationalspielerin, riss sich im Training das ACL. Ein Knall, dann Stille. Die Bilanz ihrer ersten Bundesligaminuten: 9 Minuten in Jena, keine Torbeteiligung – und nun ein Reha-Marathon statt der erhofften Einsatzzeit.

Die tabelle wird zum gegner

Die tabelle wird zum gegner

Leverkusen rutschen. Nach zwei Pleiten in Folge (1:2 in Wolfsburg, 0:1 gegen Hoffenheim) beträgt der Rückstand auf Rang drei fünf Punkte. Noch sechs Spiele, nur einer der Restgegner (Werder Bremen) liegt vor der Werkself. Am Sonntag empfangen die Rheinländer Schlusslicht Jena – ohne Kehrer, ohne Wrigge, mit zerfetzter Anspruch.

Die Verletzten absolvieren ihr Programm im Rehab-Zentrum an der BayArena. Die Frage ist nicht nur, wann Kehrer wieder sprintet, sondern ob ihr Knie jemals die albe Last trägt. Und ob Wrigge mit 18 schon die mentale Narbe eines langen Kreuzbandwegs abbekommt.

Leverkusen hat den Anschluß noch in eigener Hand – aber die Hände sind nun zwei Offensivkräfte leer.