Lesnar beendet undertakers "streak": ein trauma für die wrestling-legende?

Vor zwölf Jahren erschütterte ein Moment die Wrestling-Welt: Brock Lesnar besiegte The Undertaker bei WrestleMania 30 und beendete damit dessen legendäre Siegesserie von 21 Jahren. Was damals als großer Moment für Lesnar gefeiert wurde, war für den Undertaker ein einschneidendes Trauma, das ihn bis heute verfolgt – und dessen Hintergründe erst jetzt vollständig ans Licht kommen.

Ein kampf, der schief lief: die verletzung und der gedächtnisverlust

Die Partie begann wie jede andere, doch wenige Minuten später verletzte sich The Undertaker schwer an Kopf, eine Gehirnerschütterung, die durch eine unscheinbare Beinbewegung Lesnars außerhalb des Rings verursacht wurde. Wie heftig der Schlag war, wurde erst später klar. Der Deadman war desorientiert, langsam – und die folgenden 20 Minuten des Matches waren eine Qual, weit entfernt von den epischen Duellen, die er zuvor gegen Größen wie Shawn Michaels oder Triple H bestritten hatte. Das Publikum im Superdome von New Orleans spürte die fehlende Energie und die gedrückte Stimmung war greifbar.

Aber das eigentliche Drama spielte sich hinter den Kulissen ab. The Undertaker musste in einer Ambulanz ins Krankenhaus gebracht werden, ein Zeichen dafür, wie ernst seine Lage war. Fünfeinhalb Jahre später schilderte er in einem Interview mit „Stone Cold“ Steve Austin das Ausmaß des Schocks: Er hatte sich an nichts mehr erinnern können – nicht nur den Kampf selbst, sondern auch die Stunden davor. Seine letzte Erinnerung war ein Gespräch mit seiner Frau Michelle McCool um 15:30 Uhr, die nächste erst am Morgen im Krankenhaus, um 4 Uhr. Er hatte seinen Namen, seinen Geburtstag, seinen Ort vergessen – nur der Name seiner Frau blieb ihm erhalten. Ein erschütternder Kontrollverlust, der ihn traumatisiert hat.

Wer traf die entscheidung? vince mcmahons eingriff

Wer traf die entscheidung? vince mcmahons eingriff

Es kursierten zunächst Gerüchte, The Undertaker selbst hätte den Wunsch geäußert, seine Siegesserie zu beenden und Lesnar als Bezwinger zu wählen. Doch später enthüllte WWE-Boss Vince McMahon, dass die Entscheidung von ihm kam. „Niemand weiß besser, wie wichtig es ist, dem Business etwas zurückzugeben, als Mark Calaway“, erklärte McMahon. Er argumentierte, dass Lesnar zu diesem Zeitpunkt am meisten davon profitieren konnte und der Undertaker immer selbstlos gehandelt habe. Eine schwere Entscheidung, die aber, so McMahon, zum richtigen Zeitpunkt getroffen wurde.

The Undertaker selbst äußerte später seinen Wunsch, dass Roman Reigns, ein jüngerer Topstar, stattdessen seine „Streak“ gebrochen hätte. Doch der Schmerz des verlorenen Matches blieb bestehen. Die Rückkehr bei WrestleMania 31 gegen den leider viel zu früh verstorbenen Bray Wyatt sollte nicht als trauriger Schlusspunkt dienen – ein Versuch, das Kapitel würdevoll zu beenden.

Die Doku „Undertaker: The Last Ride“ zeigte deutlich, wie tief der Trauma saß. Kurz vor dem Match gegen Wyatt musste er von Triple H aufgemuntert und motiviert werden, ein Zeichen dafür, dass die Vergangenheit ihn noch immer belastete. Die folgenden Duelle mit Lesnar, insbesondere das bei Hell in a Cell 2015, zeigten zwar eine Verbesserung, konnten aber die Narben des WrestleMania-Matches nicht vollständig heilen. Nach seinem letzten WrestleMania-Match gegen AJ Styles im Jahr 2020 beendete The Undertaker offiziell seine Karriere und wurde wenig später in die Hall of Fame aufgenommen.

Während Lesnar inzwischen aufgrund seines Verstrickens in einen Sexhandels-Skandal von der WWE distanziert wurde und möglicherweise seine letzte WrestleMania in zwei Wochen vor sich hat, bleibt der Sieg über The Undertaker ein umstrittener Moment in der Wrestling-Geschichte – ein Sieg, der für den Undertaker zu einem traumatischen Erlebnis wurde. The Undertaker, der inzwischen 61 Jahre alt ist, ist zwar hinter den Kulissen aktiv, aber der Schatten des WrestleMania 30-Matches wird ihn wohl nie ganz verlassen. Die Zahl 21, die einst für Unbesiegbarkeit stand, wird für immer an diesem Abend in New Orleans mit Schmerz und Trauma verbunden sein.