Leipzig und wetzlar tanzen auf dem vulkan: nur noch zehn spieltage, um den abstieg zu verhindern
8:38 Punkte – ein Mahnmal. Der SC DHfK Leipzig und die HSG Wetzlar rutschen mit Tempo Richtung Zweite Liga, und die Uhr tickt laut. Am Sonntag empfangen die Leipziger den TVB Stuttgart, einen Gegner, der gerade den THW Kiel blamierte. Das Stadion wird kochen, aber die Statistik flüstert: erst drei Zähler holte Leipzig bisher vor heimischer Kulisse. Drei. Aus elf Partien.
Frank carstens muss sich seine punkte selbst erkämpfen
Der Trainer schaut auf ein Restprogramm, das keine Gnade kennt. Nach Stuttgart folgt Auswärts-Duell in Eisenach – dort wartet der ThSV, noch sieglos, aber hungrig. Dann Füchse Berlin, THW Kiel, Lemgo: alles Orte, an denen Punkte teuer sind. Die Rettung muss also in den eigenen Wänden kommen. Göppingen, Gummersbach, Erlangen, Melsungen, Minden – alles Teams, die sich nicht schenken. Besonders bitter: Das Endspiel gegen GWD Minden fällt auf den letzten Spieltag. Carstens gegen seinen Ex-Klub. Emotionen garantiert, aber reichen die auch für den Klassenerhalt?
Die HSG Wetzlar hat es noch schwerer. Mit 8:40 Punkten steht sie auf dem letzten Tabellenplatz, und Runar Sigtryggsson weiß: Samstag in Minden ist Endspiel Nummer eins. Verlieren, und der Vorsprung auf die Rettungszone schmilzt auf zwei Zähler. Danach geht’s zu den Rhein-Neckar Löwen, dann Heimspiele gegen Stuttgart und Bergischen HC. Da muss Wetzlar siegen, klar, aber die Heimbilanz der HSG liest sich wie ein Horrorroman: erst zwei Siege, neun Niederlagen. Wenn der THW im Mai nach Hesse reist, ist die Saison längst zur Glanzvorstellung des Abstiegskrampfs verkommen.

Die rechnung ist gnadenlos
Seit 2016 reichten durchschnittlich 17 Punkte, um drinzubleiben. Leipzig braucht also neun Zähler aus elf Spielen – bei einer Ausbeute von bisher acht. Wetzlar muss sieben Punkte aus zehn Partien holen, obwohl die Mannschaft in der Rückrunde erst einmal gewann. Die Zahlen lügen nicht. Sie flüstern: Ihr müsst plötzlich doppelt so schnell laufen, nur um stillzustehen.
Die Fans wissen es. In Leipzig wird am Sonntag die rote Wand wieder brüllen, aber die Frage bleibt: Wer schickt die Bälle ins Tor, wenn das Spiel auf der Klinge steht? Die Antwort liegt nicht in der Tabelle, sondern in den Köpfen. Wer zittert, fliegt. Wer träumt, bleibt. Und wer rechnet, verliert schon vor dem Anwurf.
