Leganés befreit sich aus dem lazarett: pulido zurück, peña und lalo folgen
262 Tage nach seinem Kreuzbandriss steht Rubén Pulido wieder auf dem Trainingsrasen – und der CD Leganés atmet auf. Die 4:0-Gala gegen Ceuta war nur die halbe Meldung; die echte Sensation rollt seit Montagmorgen in Butarque. Pulido, am ersten Vorbereitungstag in Mexiko gestürzt, absolvierte seine erste Einheit mit dem Team. Kein Spezialtraining, kein Alleingang, sondern mitten drin im Getümmel.

Die woche, in der der kader springt
Trainer Igor Oca verliert zwar Cissé an die Nationalmannschaft, gewinnt aber binnen sieben Tagen drei Leistungsträger zurück. Rubén Peña und Lalo stehen vor dem Endspurt ihrer Reha; das Medical Department gibt grünes Licht für Einsätze gegen Málaga (Sonntag) und Zaragoza (folgenden Freitag). Die internationale Pause wird so zur Nachschubwoche – ein Timing, das Leganés in der Aufstiegszone noch heißer machen könnte.
Pulido selbst spielt die Geduldskarte. „Ich will keine halben Sachen“, sagte er nach der Einheit, „erst 90 Minuten im Bein, dann sprechen wir über Kader.“ Die Knieband-OP vom 12. Juli 2023 galt als Komplikation schwerster Güte; nun ist er der lebende Beweis, dass die medizinische Abteilung des Klubs mehr kann als nur Pflaster verteilen. Sein Comeback reduziert die Ausfalldauer von 38 Wochen auf exakt 37 – ein Tag besser als der interne Plan.
Die Zahlen sprechen für sich: vor der Verletzung lief Pulido 87 % aller Zweikämpfe erfolgreich, gewann 64 % der Kopfbälle und stellte den zweithöchsten Zweikampfquotienten der Defensive. Leganés kassierte in den Partien mit ihm 0,8 Tore weniger pro Spiel. Die Defensive rangiert aktuell auf Rang vier der Segunda – mit ihm könnte sie sich noch weiter nach vorn schieben.
Doch der Klub warnt vor Eile. „Wir bauen keinen zweiten Kreuzbandriss“, sagt Sportdirektor Asier Garitano, „wer zu früh kommt, bekommt den Hintern versohlt.“ Die interne Vorgabe lautet: 14 Tage Mannschaftstraining, ein Spiel mit der Reserve, dann Liga. Das würde Pulidos Pflichtspiel-Comeback auf den 30. März gegen Eibar terminieren – exakt neun Monate nach seinem Sturz.
Derweil arbeitet Oca an der Rotation. Mit Peña auf der rechten Seite und Lalo als dynamische Alternative im Zentrum verfügt er über Optionen, die den Gegner erzwingen, sich neu zu sortieren. Die pepineros haben in dieser Saison 23 Punkte geholt, nachdem sie geführt haben – nur drei Teams waren besser. Wenn sie nun auch nach Rückständen noch zubeißen können, wird das Tableau brenzlig für die Konkurrenz.
Die Stimmung im Trainingslager? „Wir reden wieder über Taktik statt über Therapeuten“, sagt Peña. Die Umkleidekabine duftet nach Kinesiologie-Tape und Sieg. Und Pulido? Der lacht wieder – mit demselben Knie, das ihn vor neun Monaten auf den Rasen der Azteken warf. Die Liga sollte sich warm anziehen: das Lazarett macht dicht, das Stadion auf.
