Lecce und genoa liefern sich showdown ums blanke überleben

Der Apulier-Dschungel zittert. Um 20.45 Uhr flackert im Via del Mare das Licht auf, und mit ihm die letzte Hoffnung von Lecce, der Abstiegszone zu entkommen. Trainer Eusebio Di Francesco schickt die mutigste Formation des Jahres: Falcone im Tor, vor ihm ein Viererketten-Bollwerk mit Veiga, Siebert, Tiago Gabriel und Gallo. Die Doppelsechs Ramadani-Ngom soll die Genoaner Laufwege verbieten, hinter der Spitze Cheddira kreisen Pierotti, Coulibaly und Banda wie Hornissen.

De rossi setzt auf jugend und tempo

De rossi setzt auf jugend und tempo

Genoa-Interimscoach Alberto De Rossi antwortet mit Dreierkette und viel Bein: Leali im Kasten, Zatterstrom, Otoa, Marcandalli als mobile Libero. Die Flügelzangen Sabelli und Martin sollen Lecce’s Außenbahnen überrennen, in der Mitte dirigieren Masini, Amorim und Frendrup das Spiel. Colombo ist Target, Ellertsson der Schattenstürmer, der die Lücken sucht.

Die Tabelle nagt an beiden Klubs. Lecce hat 35 Zähler, Genoa einen mehr – ein Tor kann altaussehen über Nacht in die Serie B befördern. Die Stimmung im Via del Mare kocht schon Stunden vor Anpfiff, Fans bewerben ihre bunten Schals wie Kampfflaggen. Wer verliert, muss sich ab Samstag mit dem kalten Wort „Play-out“ herumschlagen.

Die Zahlen sind gnadenlos: Lecce kassierte in den letzten fünf Spielen neun Gegentore, Genoa erst zwei. Doch die Apulier trafen im selben Zeitraum sechsmal, die Ligurier nur dreimal. Tore oder Sicherheit – das ist die Frage, die beide Trainer in den Schlaf raubt.

Pierotti gegen Sabelli, Cheddira gegen Marcandalli, Banda gegen Martin – die direkten Duelle sind so offen wie die Buchmacher-Quoten. Die Wettbüros sehen Lecce bei 2,30, Genoa bei 3,10. Das spricht Bände über die Unberechenbarkeit dieses Abstiegs-Schachs.

Kurz vor der Pressekonferenz betonte Di Francesco: „Wir spielen zu Hause, wir haben keine Alternative als nach vorne zu spielen.“ De Rossi kontert lapidar: „Punkte reichen, aber wir kommen nicht, um zu verteidigen.“ Beide wissen: 90 Minuten trennen sie entweder vom Jubel oder von den finsteren Szenarien des Sommers.

Um 22.30 Uhr steht der Via del Mare entweder unter tosendem Jubel oder in schweigender Trauer. Die Rechnung ist simpel – Sieg bedeutet Rettung, Niederlage lässt die Abstiegszone mit eisernem Griff zuschnappen. Der Ball rollt, die Herzen rasen. Wer heute zögert, ist morgen Geschichte.