Lebron zerstört memphis – coaches feuern zurück

LeBron James hat mit drei Sätzen eine Stadt angezündet. „Mit 41 Jahren im verdammten Hyatt-Hotel übernachten? Glaubt irgendjemand, ich hätte Lust auf den Scheiß, dass ich an irgendeinem x-beliebigen Donnerstag in Memphis sein muss?“ In der YouTube-Show „Bob Does Sports“ forderte er den Umzug der Grizzlies – und kassierte sofort Gegenfeuer aus der Liga.

Die wucht der worte

Der Clip, am 2. April hochgeladen, schlägt ein wie eine Bombe. James schlägt Nashville als neuen Standort vor: Vanderbilt University, NASCAR, NHL, alles da. Dann die Keule: Hätte Memphis 2003 an Position eins gezogen, hätte er sich geweigert, zu unterschreiben. Für eine Stadt, die sich selbst über Grind-City-Grit definiert, ist das ein Kriegsakt.

Die Antwort folgt binnen Stunden. Tuomas Iisalo, erster finnischer Head Coach der NBA, hält dagegen: „Ich habe eine um 180 Grad andere Perspektive. Memphis ist warm, laut, leidenschaftlich – und die Fans stehen Körper an Körper hinter uns.“ Auch Darko Rajakovic, früher Assistant bei den Grizzlies, zieht mit. „Was der Rest der Welt denkt, ist mir egal. Ich liebe diese Stadt.“ Sein Toronto Raptors nutzt den Memphis-Termin für einen Besuch im St. Jude Children’s Research Hospital. „Spieler bedankten sich beim Team für die Erfahrung“, sagt Rajakovic. Ein Seitenhieb gegen LeBrons Luxus-Klage.

Memphis schlägt zurück – mit zahlen

Memphis schlägt zurück – mit zahlen

Die Liga schaut hin. Die Grizzlies führen die NBA in der Kategorie Fan-Noise-Decibel an, gemessen direkt am Court. Die Tickets sind seit drei Jahren ausverkauft, obwohl das Team nur einmal die Conference Finals erreichte. Die Stadt stemmt 14.000 Hotelzimmer für Sportevents, darunter fünf Vier-Sterne-Häuser – kein Hyatt dabei. Die lokale Wirtschaft verbucht pro Heimspiel 8,3 Millionen Dollar Umsatz. LeBrons „Hyatt-Schmäh“ trifft also nicht nur Gefühle, sondern auch Kassen.

Der Kalender tickt. Die Grizzlies empfangen am Samstag die Lakers. Die FedExForum-Kassen melden bereits 300 Prozent Nachfrage auf Sekundärmärkten. Die Stadt plant eine White-Out-Welle – 18.000 Shirts mit der Aufschrift „We are not nice“ liegen bereit. Ironie: Genau diese Härte verkauft Memphis seit Jahren als Markenzeichen.

LeBron mag Nashville lieben, doch die Statistik spricht gegen ihn: Bei Auswärtsspielen in Memphis verliert er seit 2018 vier von fünf Duellen. Die Grizzlies sind kein Hotel-Problem, sie sind ein Match-up-Problem. Und nach diesem Wochenende wird die Liga wissen, ob ein 41-Jähriger, der gern im Hyatt schläft, auch gegen eine Stadt gewinnt, die nie schläft.