Lavezzi: alkohol, depression und der weg zurück ins leben

Ein Schock für viele Fußballfans: Ezequiel 'Pocho' Lavezzi, einst gefeierter Star in Neapel und Paris, hat in einem Gespräch mit dem 'Corriere della Sera' ein dunkles Kapitel seines Lebens enthüllt. Der 40-Jährige spricht offen über den Abstieg in Sucht und die damit verbundenen psychischen Probleme – eine Geschichte, die zeigt, wie fragil auch Top-Athleten sein können.

Der absturz: 'ich habe die dunkelheit erlebt'

Lavezzi, der 2014 mit Argentinien Vize-Weltmeister wurde, beschreibt die Zeit, in der er den Boden unter den Füßen verlor, als eine Phase der 'Dunkelheit'. Er gesteht, sich selbst Schaden zugefügt zu haben, hin- und hergerissen zwischen Depressionen und Panikattacken. 'Ich war nicht klar im Kopf, mein Kopf war voller negativer Gedanken', so der ehemalige Angreifer. Die Abhängigkeit vom Alkohol trieb ihn in die Tiefe, gefährdete seine Karriere und seine Beziehungen.

Die Last des Erfolgs Es ist ein Paradox: Ein Mann, der auf dem Höhepunkt des Erfolgs stand, kämpfte mit inneren Dämonen. Lavezzi offenbarte, dass der Druck, den Erwartungen gerecht zu werden, eine wesentliche Rolle bei seinem Zusammenbruch spielte. 'Ich war müde, ich spürte, dass es Zeit war, aufzuhören', erklärte er über seinen Rücktritt aus dem Fußball im Alter von nur 34 Jahren. 'Es war ein Zeichen des Respekts gegenüber dem Fußball. Der Fußball hat mich gerettet.'

Familie und therapie: der weg zur genesung

Familie und therapie: der weg zur genesung

Der Wendepunkt kam, als Lavezzi sich Hilfe suchte. Mit Unterstützung seiner Frau und Familie trat er eine intensive Therapie in einer Klinik an. 'Mein Prozess ist noch nicht abgeschlossen', betont er. Die Geburt seines zweiten Sohnes, Vittorio, spielte eine entscheidende Rolle in seiner Genesung und gab ihm neue Kraft. Er ruft andere Betroffene dazu auf, den ersten Schritt zu gehen und sich professionelle Hilfe zu suchen.

Es ist eine Geschichte von Schmerz, aber auch von Hoffnung und Resilienz. Lavezzi zeigt, dass es möglich ist, aus der dunkelsten Nacht ins Licht zurückzufinden – und dass es Mut erfordert, sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht. Die Erfahrung hat ihn verändert, ihn reifer und bewusster gemacht. 'Ich möchte jemand sein, der weiß, was er erlebt hat, der die einfachen Dinge zu schätzen weiß und seine Familie genießt. Ich möchte leben.'