Lausitzring: mehr als nur dtm – robo-taxis krempeln das geschäft um
Der Lausitzring brummt – nicht nur wegen der DTM-Rennen. Während die Boliden um die schnellste Zeit kämpfen, treiben selbstfahrende Autos die Zukunft des Renncircuits voran. Ein überraschender Wandel, der zeigt, dass Motorsport allein nicht mehr reicht, um in der Lausitz schwarz zu bleiben.
Ein wochenende voller lärm und innovation
Von Freitag bis Sonntag verwandelt sich der Lausitzring in ein buntes Spektakel. Die DTM lockt Motorsportfans aus der ganzen Region an, während Konzerte und ein Fußballspiel für zusätzliche Stimmung sorgen. Doch hinter der Kulisse des Rennwochenendes verbirgt sich eine spannende Entwicklung: Der Lausitzring hat sich zu einem wichtigen Testgelände für autonome Fahrzeuge entwickelt.
„Wir haben den Lausitzring 2017 nicht mit dem alleinigen Ziel gekauft, Motorsport zu betreiben“, erklärt Uwe Burckhardt, der bei der Dekra für alle Themen rund um Fahrzeugtests zuständig ist. „Vielmehr ist er die Nummer eins unter den Prüfgeländen für automatisiertes und vernetztes Fahren.“ Das bedeutet, dass neben den Rennwochenenden regelmäßig Autohersteller ihre neuesten Technologien hier unter die Räder bringen.
Von PKW bis Robo-Taxi: Auf dem Lausitzring werden assistierte, automatisierte und autonome Fahrzeuge in komplexen Verkehrssituationen auf ihre Alltagstauglichkeit getestet. „Es kann vom klassischen PKW bis hin zu einem Robo-Taxi alles sein“, so Burckhardt.

Mehr als nur rennstrecke – ein wirtschaftsmodell im wandel
Die DTM bleibt zwar ein Zuschauermagnet, aber die wirtschaftliche Bedeutung des Motorsports am Lausitzring hat abgenommen. „Es gibt kaum noch Fans, die nur für die eine Stunde des Hauptrennens an die Strecke kommen“, sagt Burckhardt. Stattdessen setzt der Lausitzring auf Diversifikation: Konzerte, LKW-Rennen, ein Riesenrad und natürlich die Tests für autonome Fahrzeuge sorgen für ein breiteres Publikum und stabilere Einnahmen.
Die Zahlen sprechen für sich: Im Vorverkauf wurden bereits mehr Tickets für das DTM-Wochenende verkauft als im Vorjahr. Und das, obwohl die Zeiten, in denen über 100.000 Besucher den Ring bevölkerten, längst vorbei sind. Der Lausitzring hat verstanden, dass er sich wandeln muss, um zukunftsfähig zu bleiben.
Die Dekra investiert weiterhin in die Rennstrecke, allerdings nicht nur in den Asphalt. Vielmehr wird der Fokus auf die Infrastruktur für die Fahrzeugtests gelegt. „Wir spielen den Motorsport in einer ähnlichen Größenordnung weiter, wie wir es vom Lausitzring kennen“, versichert Burckhardt. Aber die Zukunft des Renncircuits ist eng mit der Entwicklung autonomer Fahrzeuge verbunden. Es ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie sich ein traditioneller Motorsportort an die neuen Realitäten anpassen kann – und dabei nicht nur Lärm, sondern auch Innovationen bringt.
