Laufboom in deutschland: ex-athletin oberem erklärt den trend
Düsseldorf – Sonja Oberem, ehemalige Spitzensportlerin und heute Veranstaltungsleiterin des Düsseldorf Marathons, sieht einen beispiellosen Boom im Laufsport. Was einst als Nischensport galt, hat sich zu einem weitverbreiteten Lifestyle-Phänomen entwickelt, besonders unter jungen Menschen. Oberem spricht im WDR über die Ursachen, die Schattenseiten und gibt wertvolle Tipps für Laufanfänger.
Corona-pause als auslöser?
Die Gründe für die steigende Beliebtheit des Laufens sind vielfältig. Oberem sieht einen direkten Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. „Die erzwungene Pause hat viele Menschen dazu gebracht, sich mit ihrer Gesundheit und ihrem Körper auseinanderzusetzen. Laufen ist dabei eine einfache, kostengünstige und flexible Möglichkeit, aktiv zu bleiben.“ Die Veranstalter spüren den Trend deutlich: Wo früher die Startplätze für Marathons noch schwer zu vergeben waren, herrscht heute ein regelrechter Kampf um die Teilnahme. Besonders auffällig ist der demografische Wandel: „Früher war die Läuferschaft deutlich älter. Heute sieht man überall junge Menschen, oft zwischen 25 und 40 Jahren, die mitmachen.“

Social media und community-runs
Der Aufstieg des Laufens als Lifestyle wird zusätzlich durch soziale Medien befeuert. „Community Runs“, wie Oberem erklärt, sind das neue Lauftreffen. „Was früher mit zwanzig Leuten in einem kleinen Kreis stattfand, zieht heute hunderte Teilnehmer an. Danach treffen sie sich noch auf einen Kaffee – das Laufen wird zum sozialen Ereignis, zum Lifestyle, der auch Mode und Ernährung einschließt.“ Die Bilder und Videos, die auf Plattformen wie Instagram und TikTok geteilt werden, tragen zur Attraktivität des Sports bei und motivieren andere, mitzumachen.

Gesundheitliche aspekte und verantwortung
Trotz des positiven Trends warnt Oberem vor Übertreibungen. „Natürlich gibt es auch hier Menschen, die es nicht richtig angehen und den Sport nicht in einem gesunden Maß betreiben. Aber der Großteil macht es aus reiner Freude. Letztlich ist jeder für sich selbst verantwortlich.“ Sie betont die Wichtigkeit, langsam zu beginnen und auf den eigenen Körper zu hören. „Laufanfänger sollten mit kleinen Schritten starten, abwechselnd gehen und laufen und immer ein Tempo wählen, das sie gut durchhalten können.“
Tipps für marathon-neulinge und organisation des düsseldorf marathons
Für diejenigen, die sich für einen Marathon entscheiden, hat Oberem klare Ratschläge: „Nach dem Zieleinlauf ist es wichtig, schnell etwas Eiweißhaltiges zu sich zu nehmen und sich trockene Kleidung anzuziehen, da der Körper geschwächt ist.“ Als Veranstaltungsleiterin des Düsseldorf Marathons, der am 26. April stattfindet, sieht sie die größte Herausforderung in der minutiösen Organisation. „Wir haben fast 15.000 Helfer an der Strecke, die uns unterstützen. Alles muss perfekt funktionieren, denn wir haben ein konkretes Zeitfenster.“
Oberem selbst ist nach wie vor begeisterte Läuferin. „Ich finde es einfach toll, mich zu bewegen. Das hat sich für mich nie geändert.“ Der Laufboom in Deutschland ist ein Zeichen dafür, dass immer mehr Menschen die Freude an der Bewegung entdecken und sich einen aktiven Lifestyle aneignen – eine Entwicklung, die nicht nur der Gesundheit, sondern auch dem gesellschaftlichen Zusammenhalt zugutekommt.