Lask und hartberg liefern sich erneut krimi – meistergruppe startet mit herzrasen

Freitag, 19.30 Uhr, Raiffeisen-Arena: Die Meistergruppe beginnt mit einem Schlagerspiel, das keiner verpassen darf. LASK und TSV Hartberg trennen nur zwei Punkte, beide Teams sind seit Wochen ungeschlagen, und ihre bisherigen Duelle endeten 3:3 und 2:2 – jeweils mit späten LASK-Ausgleichen in der Nachspielzeit. Kurz: Es droht wieder Herzinfarkt-Fußball.

Dietmar Kühbauer schickt keine Kriegserklärung vorab in die Steiermark. „Wir wollen gut performen, dann kommt alles von allein“, sagt der LASK-Trainer, der seit elf Siegen bei nur einer Niederlage in 15 Pflichtspielen durch die Liga donnert. Der Burgenländer redet lieber über „Spielglück“ und „kleine Details“ als über Meistertitel. Die Luft oben in der Tabelle ist dünner, das weiß er – und seine Mannschaft.

Adeniran und die österreichische mentalität

Samuel Adeniran, Top-Stürmer der Linzer, schwärmt vom österreichischen Grundsatz „Spiel für Spiel“. Kein großes Tamtam, kein Trommelwirbel. Dabei winkt Hartberg mit nur drei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Sturm Graz. „Jedes Team will den Titel gewinnen“, sagt Adeniran und klingt dabei, als wäre das 3:3 gegen Hartberg im Oktober erst gestern gewesen. Damals lag der LASK bis zur 89. Minute 0:3 zurück, noch vor dem Abpfiff schlugen Lang, Jörgensen und Andrade zu. Ein historisches Comeback, das die Fans in der Arena noch immer nachspüren.

Die Statistik spricht für den LASK: Nach einer 1:0-Führung gewannen die Athletiker neunmal, holten ein Remis. Ein Rückstand hingegen könnte gefährlich werden. Hartberg kassierte in der Qualifikationsphase die wenigsten Gegentore und ist seit sieben Spielen unbesiegt. Keeper Tom Ritzy Hülsmann verspricht „Disziplin und Aggressivität“, Coach Manfred Schmid warnt: „Wir sind nicht hier, um anderen Punkte zu schenken.“

Kühbauers geheimwaffe: geduld

Kühbauers geheimwaffe: geduld

Kühbauer betont, dass seine Elf „einen guten Plan und möglicherweise die nötige Geduld“ braucht. Joao Tornich, leicht angeschlagen nach dem 3:1 gegen den WAC, wird auflaufen. Die Steirer ihrerseits reisen mit Selbstvertrauen: Sieben Clean Sheets in den letzten neun Spielen, dazu ein Offensivpotenzial, das selbst Red Bull Salzburg ärgerte. Die Voraussetzungen für einen Krimi stehen perfekt.

Die Meistergruppe ist kein Neuanfang, sondern eine Verdichtung von Druck und Emotion. Wer hier patzt, rutscht ab. Wer gewinnt, darft träumen. Nach 90 Minuten in Linz werden wir wissen, ob der LASK seine Serie fortsetzt – oder Hartberg die nächste Sensation landet. Fakt ist: Das 3:3 im Oktober war kein Ausreißer, sondern Vorbote für das, was am Freitag erneut droht. Anpfiff 19.30 Uhr. Herzschutz empfohlen.