Lange improvisiert: broßmann rückt nach – drei ausfälle vor villeurbanne

Olaf Lange muss seinen ersten Kader als Cheftrainerinnen der DBB-Auswahl binnen 48 Stunden zweimal umbauen. Nach Laura Zolper und Lina Sontag fällt nun auch Luisa Geiselsöder aus – und Patricia Broßmann fliegt noch schnell aus Italien an.

Die fakten im minutentakt

Das Turnier in Villeurbanne beginnt heute um 17.00 Uhr mit dem Spiel gegen Südkorea. Für die deutschen Basketballerinnen steht nichts auf dem Spiel, weil sie als Gastgeber der WM im September bereits fix qualifiziert sind. Trotzdem zählt jedes Training, jede Minute, in der sich Lange ein Bild von seinem tatsächlichen Kader machen kann. Drei Nominierte musste er bereits ersetzen – ein Stressfakt, der selbst bei Freundschaftsspielen nervös macht.

Jennifer Crowder (Herner TC) kam für Laura Zolper, jett rückt Broßmann (ASD Basket Costa Masnaga) nach. Die 28-Jährige ist keine Unbekannte: In der vergangenen Saison war sie Topscorerin ihrer Liga, tritt aber selten in den Fokus der Öffentlichkeit. Genau das könnte ihr Vorteil sein. Lange braucht Spielerinnen, die sich sofort einfügen, ohne große Anpassungszeit. Broßmann bringt 37 Prozent Dreierquote mit – ein Wert, den das deutsche Team zuletzt vermisste.

Was das chaos über den wm-kader verrät

Was das chaos über den wm-kader verrät

Die Abwanderung deutscher Spielerinnen ins Ausland ist nicht nur ein Signal für bessere Gehälter, sondern auch für bessere medizinische Betreuung. Sontag und Geiselsöder verletzten sich in der Vorbereitung – bei unterschiedlichen Clubs, aber mit dem gleichen Resultat: Ausfall kurzfristig vor einem Turnier. Der DBB reagiert mit einem Netzwerk von Beobachterinnen in ganz Europa, die Spielerinnen wie Broßmann im Blick behalten. Das funktioniert, ist aber kein Ersatz für eine stabile Kernmannschaft.

Die verbleibenden zwölf Akteurinnen müssen nun innerhalb einer Woche fünf Spiele bestreiten. Die Gegner reichen von Südkorea bis Nigeria – ein Mini-WM-Programm, das Lange testet, wer Durchsetzungsvermögen zeigt. Die Antwort auf die Frage, wer im September im Berliner Mercedes-Benz Arena startet, fällt nicht in Villeurbanne, aber die Tendenz zeigt sich: Nur wer belastbar ist, fliegt nach Berlin.

Am Ende zählt eine simple Rechnung: 15 Monate bis zur WM, 12 Plätze im Kader, drei Ausfälle vor dem ersten Test. Die Maschine läuft bereits auf Hochtouren – und Patricia Broßmann ist die nächste, die sich in den Turbo zwängt.