Lakers blockieren mit nasenspitze: 2-0-führung gegen fribourg ist kein zufall
Die SC Rapperswil-Jona Lakers liegen mit 2:0 vorne, und die Statistik lügt nicht: 23 geblockte Scheiben in Spiel zwei, null Gegentore im letzten Drittel, fünf Körper gleichzeitig im Radius von zwei Metern um Torhüter Melvin Nyffeler. Ueli Schwarz sparte nach dem 3:1 nicht mit Superlativen – und hatte recht.
Ein drittel, das sich wie ein bully-training anfühlte
Die Szene, die sich im Schlussabschnitt vor der Hütte des Lakers-Keepers abspielte, war keine taktische Meisterleistung mehr, sondern reine Selbstaufgabe. Fribourg wechselte, schob, zog ab – und prallte jedes Mal gegen eine Wand aus Beinen, Schienen und Ellbogen. Jacob Larsson warf sich zweimal so tief ins Schussfeld, dass seine Stockspitze anschließend noch Eisstücke auf dem Eis hinterließ. „Das ist kein Blockverhalten, das ist pure Abschirmung“, sagte Schwarz live bei MySports und tippte dabei auf die Grafik, die die Lakers-Formation als lebenden Kreis um Nyffeler zeichnete.
Die Zahlen dahinter: 62 Prozent der Defensivaktionen endeten mit Körperkontakt, 38 Prozent mit Stockarbeit. Fribourg kam in 14 Powerplay-Sekunden nur einmal frei zum Abschluss – und traf selbst da den Pfosten. „Wenn du als Offensive dreimal hintereinander ans Schienbein schießt, verlierst du automatisch den Glauben“, erklärte Schwarz. „Die Lakers haben diesen Glauben inzwischen auf ihrer Seite.“

Die larsson-formel: minus zehn kilo, plus 0,3 sekunden reaktionszeit
Der Schwede kam im Winter aus der AHL, legte zehn Kilo ab, straffte die Core-Muskulatur und kassierte seitdem nur noch zwei Minuten Strafzeit in 18 Spielen. Gegen Gottéron stand er 22 Minuten auf dem Eis – mehr als jeder andere Feldspieler. „Er ist unser mobileser Torhüter“, scherzte Trainer Johan Lundskog nach dem Abpfiff. Gemeint ist: Larsson blockt so früh, dass Nyffeler oft gar nicht mehr strahlen muss. Die Reaktionszeit des 27-Jährigen liegt laut internen GPS-Daten bei 0,41 Sekunden, 0,3 Sekunden schneller noch als im Oktober. „So eine Differenz klingt nach wenig, entscheidet aber über Treffer oder Block“, sagt Lundskog.

Der preis: zwei blaue zehen, ein rippenquetscher, drei schlägerbruch
Die Lakers zahlen den Sieg mit Schmerzmitteln. Verteidiger Elias von Arx spielte die letzten zwölf Minuten mit Tape um die Rippen, weil er einen Schlenzer in die Weichteile kassierte. Center Fabian Heldner brauchte einen neuen Schläger, nachdem er die Kelle inklusive Handschuh zwischen Schuss und Tor platziert hatte – der Schuss ging trotzdem ins Netz, aber wegen Abseits zurückgepfiffen. „Wir haben eine WhatsApp-Gruppe ‚Apotheke‘, da teilen wir, wer welche Salbe gerade hat“, lachte Heldner. „Momentan führt Larsson mit drei Tuben Voltaren und einem Eisbeutel.“
Die Serie geht nach Freiburg, wo die Halle – anders als in Rapperswil – keine automatische Scheibenrückgabe hat. „Dann müssen wir eben mit dem kleinen Zeh noch schneller sein“, sagt Larsson. Die Lakers haben bewiesen: Glück ist trainierbar – wenn man bereit ist, bis zur Nasenspitze zu blockieren.
