Lahm kritisiert fifa: „weltmeisterschaft wird verkauft“

Philipp Lahm, der Kapitän der deutschen Weltmeistermannschaft von 2014, hat die jüngste Entscheidung der FIFA, die WM-Endrunde auf 48 Teams aufzustocken, grundsätzlich begrüßt. Doch seine Begeisterung endet dort, wo die Machenschaften von FIFA-Präsident Gianni Infantino beginnen. Der ehemalige Nationalspieler hält die Nähe des FIFA-Chefs zu umstrittenen Persönlichkeiten für bedenklich und warnt vor einem Vertrauensverlust im Fußball.

Die erweiterung der wm: ein schritt in die richtige richtung?

Lahm sieht in der Aufstockung der WM-Teilnehmer ein Signal der Offenheit: „48 statt 32 Länder: Die FIFA macht einiges richtig“, so Lahm in seiner Kolumne für die Zeitschrift Der Spiegel. Er argumentiert, dass die Entwicklung des Fußballs weltweit nur durch eine breitere Teilhabe möglich sei, auch wenn dies Qualitätsunterschiede mit sich bringe. Der neue Modus mit dem Sechzehntelfinale verleihe der Vorrunde zudem den Charakter eines Pokalturniers – ein Format, das kaum ein Traditionalist ablehnen würde.

Die wirtschaftlichen Aspekte spielen für Lahm ebenfalls eine Rolle. „Dass die FIFA wirtschaftliches Wachstum vorantreibt, wie ihr viele vorhalten, ist nun mal notwendig. Das Prinzip, mit einem Sportfest Geld einzunehmen, kennt jeder Dorfverein.“ Er räumt ein, dass der Kommerz im Fußball allgegenwärtig sei.

Infantinos umfeld: ein schatten über dem fußball

Infantinos umfeld: ein schatten über dem fußball

Doch genau hier liegt das Problem. Lahm übt scharfe Kritik an Gianni Infantinos Führungsstil und seiner Nähe zu Persönlichkeiten wie Donald Trump. „Am bedenklichsten ist Gianni Infantinos Nähe zu Machthabern“, schreibt der 42-Jährige. Er wirft Infantino vor, persönliche Vorteile aus seinen Ämtern ziehen zu wollen. „Die WM wird verkauft. Das raubt dem Fußball Glaubwürdigkeit. Daraus resultiert das Unbehagen der Fans, für sie wird es immer schwerer, die FIFA auf der einen Seite vom Ereignis auf der anderen zu trennen.“

Lahms Worte sind ein deutlicher Appell an die FIFA, ihre ethischen Grundsätze wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Der ehemalige Kapitän warnt davor, dass die Kommerzialisierung und die fragwürdigen Kontakte der FIFA-Spitze den Glauben an den Fußball nachhaltig beschädigen könnten. Die Ausweitung der WM mag ein Schritt in die richtige Richtung sein, solange sie nicht auf dem Rücken von moralischen Prinzipien erkauft wird.

Die FIFA steht somit vor der Herausforderung, das Vertrauen der Fans zurückzugewinnen. Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass der Weg dorthin noch lang und steinig sein wird. Ob Infantino bereit ist, auf seine fragwürdigen Kontakte zu verzichten und die FIFA in eine neue Ära des ethischen Sports zu führen, bleibt abzuwarten. Die Fans blicken gespannt, aber auch skeptisch, in die Zukunft.