Kvaratskhelia-fieber in georgien: denkmal für den fußball-gott?

Tiflis bebt! Khvicha Kvaratskhelia, der georgische Superstar von Napoli, steht am Samstag im Champions-League-Finale gegen Arsenal. Sollte er mit seinem Team triumphieren – und das wäre sein zweiter Titel in Folge – dann steht wohl ein Denkmal in seiner Heimat an. Alexander Iashvili, ehemaliger Bundesliga-Profi, hält das für mehr als verdient.

Ein land lebt für kvaratskhelia

Die Euphorie in Georgien ist kaum zu beschreiben. Jedes Café, jede Straße, jeder Schulhof – überall wird mit fieberhafter Erwartung auf das Spiel in Budapest geschaut. Viele Georgier reisen sogar selbst an, um die Atmosphäre live zu erleben. Doch Kvaratskhelia ist für sein Land weit mehr als nur ein Fußballer. Er ist ein Vorbild, ein Hoffnungsträger, ein Symbol für den Aufstieg Georgiens im internationalen Fußball.

“Er hat hier einen Fußball-Boom ausgelöst”, sagt Iashvili. “Kinder tragen seine Trikots, träumen davon, wie er zu werden. Das ist unbezahlbar.” Der frühere Bundesliga-Spieler des SC Freiburg und des KSC schildert, wie Kvaratskhelia sich im Training reingibt: “Willy Sagnol muss ihn manchmal vom Platz schicken, weil er sonst bis Mitternacht trainiert!”

Bescheidenheit trotz Größe Was besonders beeindruckt, ist Kvaratskhelias Demut. “Wenn er zwei Tore in einem Länderspiel schießt, will er nicht gefeiert werden, sondern spricht lieber darüber, was er im nächsten Spiel besser machen kann”, so Iashvili. Und er hat ein feines Gespür für seine Mitspieler. Bei einem Elfmeter, den er als gesetzter Schütze normalerweise selbst verwandeln würde, gibt er den Ball lieber einem Kollegen, der dringend ein Erfolgserlebnis braucht. “Das machen große Fußballer normalerweise nicht”, bemerkt Iashvili. “Sie wollen lieber selbst noch mehr Tore schießen.”

Der ballon d’or ist in reichweite

Der ballon d’or ist in reichweite

Für Iashvili ist Kvaratskhelia aktuell der beste Fußballer der Welt. “Wenn er im Champions-League-Finale wieder überragend spielt, hat er den Ballon d’Or hundertprozentig verdient.” Seine Leistungen im Halbfinale gegen Bayern München – ein Tor, eine Vorlage und eine herausragende Gesamtleistung – sprechen eine deutliche Sprache. Obwohl Georgien sich nicht für die WM qualifiziert hat, genießt Kvaratskhelia einen Vorteil gegenüber anderen Weltstars: Er brilliert auch in den großen, entscheidenden Spielen.

Ein Wechsel in die Bundesliga blieb 2018 beim FC Bayern aus.