Kuss krönt giro-triumph: visma dominiert italien!
Sepp Kuss, der stets unterschätzte Gregario, hat endlich seinen großen Triumph gefeiert – und das beim Giro d'Italia! Der Amerikaner aus Durango, der in den letzten zwei Saisons mit Leistungsschwankungen zu kämpfen hatte, präsentierte sich in Topform und sicherte sich den Sieg in der Königsetappe. Damit vollendete Visma ein herausragendes Giro-Debüt, das bereits fünf Etappen umfasst.

Ein grand-slam für den us-amerikaner
Kuss’ Erfolg ist mehr als nur ein Etappensieg. Es ist die Krönung einer Karriere, die bisher im Schatten seiner Teamkollegen stand. Nach seinem Gewinn in Andorra la Vella (2021) und zwei Etappen Siegen bei der Vuelta a España, katapultiert ihn dieser Giro-Sieg in den Kreis der absoluten Elite des Radsports und komplettiert einen seltenen Grand-Slam in den großen Rundfahrten.
Die Entscheidung fiel auf der anspruchsvollen Königsetappe, bei der Kuss sich nach rund 100 Kilometern im Sololauf absetzte. Jonas Vingegaard, der unangefochtene Teamleader von Visma und Blick bereits auf die Vorbereitung auf den Tour de France gerichtet hat, ließ sich mühelos von Kuss ziehen und erreichte im Schutz von Felix Gall das Ziel. Movistar hatte mit Einer Rubio zwar einen starken Fahrer in der Flucht, doch der Kolumbianer konnte im entscheidenden Moment nicht mithalten.
Rubios Kampf und Mas' Frustration Rubio zeigte einmal mehr seine Klasse im Hochgebirge, doch wie schon in Andalo und den Dolomiten musste er im Finale einbrechen. Ein bitterer Verlauf für Movistar, insbesondere da Enric Mas erneut hinter seinen eigenen Erwartungen zurückblieb. Seine Leistungen im Giro werfen ernsthafte Fragen auf: Wohin führt sein Weg?
Die Fluchtgruppe des Tages war von einer nervenaufreibenden Dynamik geprägt. Ein Wettstreit um Punkte und Anerkennung führte zu heftigen Auseinandersetzungen. Derek Gee zerstörte die fragile Balance und entzündete einen regelrechten Krieg mit Einer Rubio, der sich im Gegenzug die Bergpunkte von Giulio Ciccone entführte. Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt am Anstieg zum Piani di Pezzè, wo Ciccone alles gab, um einen Vorsprung herauszufahren.
Kuss nutzte den Moment und überragte Ciccone mühelos, wodurch er seinen fünften Sieg für Visma sicherstellte und seinen persönlichen Triple-Crown-Erfolg besiegelte. Vingegaard verpasste zwar die Marke von Pogacar, doch die schiere Dominanz von Visma im Giro d'Italia lässt kaum Zweifel daran, dass das Team seine Ambitionen im Weltklassebereich deutlich unter Beweis gestellt hat. Die Konkurrenz wurde regelrecht von Visma überrollt.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Visma kontrollierte das Rennen von Anfang an und zeigte eine taktische Brillanz, die ihresgleichen sucht. Der italienische Giro ist beendet, aber die Geschichte von Sepp Kuss hat gerade erst begonnen.
