Kühn spricht über tiefpunkt: "das würde ich nicht mehr so machen"
Johannes Kühn, einst eine feste Größe im deutschen Biathlon, blickt nun zurück auf seine Karriere. Der 34-Jährige hat vor knapp zwei Monaten seine Laufbahn beendet und sprach im Gespräch mit Chiemgau24 offen über fehler und zukünftige Pläne. Ein Moment, der ihm besonders in Erinnerung geblieben ist, war ein katastrophaler Sprint in Nove Mesto.
Der moment der ernüchterung in nove mesto
Der Sprint in Nove Mesto im März 2021 bleibt für Kühn ein Schmerzhafter Moment. Fünf Fehlversuche im Stehendschießen führten zu einem Abbruch des Rennens. „Das zählt sicher nicht zu meinen schönsten Momenten“, gestand Kühn. Die öffentliche Kritik, die daraufhin erfolgte, traf ihn hart. Er räumt ein: „Das würde ich wohl nicht mehr so machen, lässt sich aber jetzt auch nicht mehr ändern.“ Der ehemalige Athlet beschreibt, wie er mental am Ende war, extrem enttäuscht und verärgert über seine Leistung.

Ein fehler in der atmung prägte die karriere
Kühns Debüt im Weltcup war 2012. Es folgten Team-Erfolge, darunter eine Bronzemedaille bei der WM 2025 und ein 11. Platz im Gesamtweltcup in der Saison 2021/22. Doch ein Schatten lag über seiner Karriere: ein Atemfehler beim Stehendschießen, der sich im Laufe der Zeit einschlich. „Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich genau dort ansetzen und den Fehler im Keim ersticken“, so Kühn.

Neuer weg beim zoll: studium und karriere
Doch Kühn blickt nach vorne. Während seiner aktiven Zeit war er bereits beim Zoll beschäftigt und strebt nun eine Laufbahn im gehobenen Dienst an. Ab September beginnt sein duales Studium, welches drei Jahre dauern wird. Ein Jahr wird er an der Universität Rostock oder Münster den Bachelor of Law belegen, bevor es zurück in die Heimat geht, um den praktischen Teil zu absolvieren. Die sportliche Vergangenheit mag vorbei sein, aber Kühn scheint bereit für eine neue Herausforderung. Die Vergangenheit als Biathlet hat ihn geprägt, doch er scheint entschlossen, seine Zukunft in einem neuen Feld zu gestalten und dabei seine Disziplin und seinen Ehrgeiz einzusetzen.
