Kudlacz-gloc beendet ihre ära: die polnische pokalkönigin erhält den hbf-award

Karolina Kudlacz-Gloc hat genug Trophäen, um eine kleine Halle zu füllen – und jetzt auch eine Auszeichnung, die es nur dreimal gibt. Die 41-Jährige ist die neue Trägerin des HBF-Awards der Handball Bundesliga Frauen. Nach Anna Bitter und Clara Woltering ehrt die Liga damit erneut eine Torhüterin, die die Zahlen sprechen lässt: acht Pokalsiege, sieben Meisterschaften, sieben Supercups. Kein deutscher Klub, keine deutsche Spielerin kommt an ihr vorbei.

Die Ironie: Ihr Abschied fiel nicht spektakulär aus, sondern durch eine Insolvenz. HB Ludwigsburg musste die Lizenz zurückgeben – und beendete damit die Karriere der erfolgreichsten Handballerin des Landes. Geplant war eigentlich ein letztes Comeback nach der Geburt ihres zweiten Sohns. Stattdessen wurde aus dem letzten Auftritt eine Abschiedsparty ohne Ball.

Von leipzig bis ludwigsburg: eine karriere zwischen höhen und zusammenbrüchen

2007 gewann sie den ersten Pokal, 2025 den letzten. Dazwischen lagen zwei Klubinsolvenzen, eine Babypause und ein Umzug quer durch die Republik. 2017 stand sie schwanger vor dem Aus bei HC Leipzig – und kehrte zurück. 2025 stand sie wieder vor dem Aus – und diesmal war es endgültig. „Ich kam zum Studieren“, sagt sie heute, „und blieb, weil der Ball nicht losließ.“

Die polnische Nationaltorhüterin absolvierte 197 Länderspiele, stand 2014 im Champions-League-Finale und gewann 2022 die European League. Doch ihre Domäne war der DHB-Pokal. Acht Finals, acht Siege – mehr als jeder Mann in der Geschichte des Wettbewerbs. „Sie war nicht nur sicher zwischen den Pfosten, sie war der Ruhepol in jedem Team“, sagt HBF-Vorsitzender Andreas Thiel. „Ein Lehrbeispiel für Professionalität.“

Die gala in stuttgart wird zur krönung

Die gala in stuttgart wird zur krönung

Am Vorabend des Final Four 2026 in Stuttgart überreicht Thiel die Trophäe – nicht an eine aktive Spielerin, sondern an eine Legende, die sich selbst nie als Star verstand. Kudlacz-Gloc wird die Bühne betreten, wie immer ohne große Worte. Die Zahlen sprechen für sie. Und die Halle wird wissen: Diese Frau hat nicht nur gewonnen. Sie hat eine Ära geprägt.