Kroos verteidigt tuchel: "hat absolut recht!"

Die WM-Debatte brodelt weiter – und Toni Kroos schickt Tuchel frische Munition. Nach dem knappen 2:1-Sieg Englands gegen Norwegen ließ der englische Nationaltrainer deutliche Worte finden, die nun vom Ex-Weltmeister unterstützt werden. Ein klares Statement im WM-Fieber.

Die ungeschminkte wahrheit vom ehemaligen rekordspieler

Die ungeschminkte wahrheit vom ehemaligen rekordspieler

Vor dem Halbfinal-Duell gegen Argentinien (Mittwoch, 21:00 Uhr) nahm Kroos im „TikTok“-Format „Kroos und Kroos: Die WM unter der Lupe“ Stellung. Seine Worte lassen wenig Raum für Interpretationen: „Wer, wenn nicht der Trainer, darf sagen, was nicht funktioniert hat?“, fragte der ehemalige Mittelfeldregisseur von Real Madrid rhetorisch. Vor allem angesichts der Tatsache, dass Tuchel zuvor noch von einer „geilen Mentalität“ seiner Mannschaft schwärmte, wirkt die Kritik nun umso pointierter.

Tuchel hatte die englische Leistung als „schlampig“ und „nicht schnell genug“ kritisiert – ein Urteil, das Kroos uneingeschränkt mitträgt. „Ich traue Thomas Tuchel das Gefühl zur Mannschaft zu und dass er sie auch kritisieren kann. Er hat ja inhaltlich absolut recht, England hat kein gutes Spiel gemacht.“ Die Situation sei ausgenutzt worden, so Kroos, und verweist dabei insbesondere auf Matchwinner Jude Bellingham, der nach dem Spiel offenbar Fragen in einem ungewöhnlichen Ton gestellt habe.

Dabei versteht Kroos auch Bellinghams Reaktion. „Ich war mehrfach in Miami, das ist einer der ekligsten Plätze“, scherzte der Ex-Nationalspieler. „Wenn du da 120 Minuten gespielt hast, willst du alles hören, außer, dass du scheiße warst, vor allem wenn du weitergekommen bist.“ Es gilt zu bedenken, dass Bellingham auf Tuchels Kritik reagierte, ohne dabei die volle Aussage des Trainers zu kennen.

Doch Kroos sieht keine Anzeichen für ein zerrüttetes Mannschaftsklima. „Wenn dein internes Verhältnis abgekühlt ist, und du dann auch noch draufhaust, ist das nicht gut.“ Er verweist auf Videos und Aussagen von Spielern, die Tuchel explizit gelobt haben, was Zweifel an einer generellen Unzufriedenheit zerstreut. Die Angelegenheit um Baloguns Begnadigung, die von einem Funktionär im Alleingang entschieden wurde, überschattet das Geschehen nur am Rande.

Die Äußerungen Kroos' zeigen deutlich, dass selbst ehemalige Weltklassespieler die Notwendigkeit einer offenen und ehrlichen Kommunikation im Profifußball betonen. Es geht darum, Fehler anzusprechen und aus ihnen zu lernen – auch wenn es unbequem ist. Und in diesem Fall scheint Tuchel genau das getan zu haben, unterstützt von einem Mann, der weiß, wovon er spricht.