Kristallkugeln vergeben: diese weltcupsieger stehen schon fest
Die Saison läuft offiziell bis Ende März, doch für manche Athleten ist der Kampf um die kleinen und großen Kristallkugeln längst vorbei. Wer schon jetzt den Champagner kühlen kann – und wer bis zur letzten Sekunde zittern muss.
Shiffrin und odermatt domieren – aber nicht überall
Mikaela Shiffrin hat den Slalom-Weltcup schon vor dem vorletzten Rennen sicher. 300 Punkte Vorsprung – das ist keine Lücke, das ist eine Schlucht. Im Gesamtweltcup führt die US-Amerikanerin vor dem Finale in Lillehammer 120 Zähler vor Emma Aicher. Theoretisch noch einholbar, praktisch nur mit einem Totalausfall der 31-Jährigen. Bei den Männern zieht Marco Odermatt ebenfalls die Kreise: Abfahrts- und Gesamtweltcup gehören ihm, Super-G kann heute folgen. 632 Punkte Vorsprung auf Lucas Pinheiro Braathen – die Saison ist gelaufen, die Gegner nur noch Statisten.
Doch hinter den großen Namen blinken Überraschungen. Julia Scheib krönt sich nach zehn Jahren österreichischer Durststrecke zur Riesenslalom-Königin. Fünf Saisonsiege, einer davon am Samstag in Åre – mehr brauchte die Steirerin nicht, um die Konkurrenz zu erledigen.

Prevc-geschwister schreiben familiengeschichte
Im Skispringen liefert das slowenische Geschwisterpaar eine Saison wie aus dem Lehrbuch. Nika Prevc stellt mit 16 Einzelsiegen einen neuen Rekort auf – und das, obwohl drei Springen noch ausstehen. Bruder Domen holt mit dem Gesamtweltcup den „Grand Slam“: Olympia, Vierschanzentournee, WM-Titel, Weltcup. Zuletzt gelang das 1980 Matti Nykänen. Die Prevcs sind keine Athleten mehr, sie sind ein Phänomen.

Biathlon: frankreichs doppelpack – und ein verpasster hattrick
Lou Jeanmonnot sichert sich zwei kleine Kugeln – Einzel und Sprint –, obwohl sie im letzten Einzelrennen nur 35. wurde. Zwei Punkte Vorsprung reichen. Eric Perrot holt Einzel und Massenstart, verpasst aber den Gesamtsieg. 244 Punkte Vorsprung vor dem Finale in Oslo, aber er muss noch 26 Punkte mitbringen. Ein 15. Platz würde reichen – keine Heldentat, aber ein Formality.

Rodeln: taubitz gewinnt mit sechs tausendstel – loch trifft rekord
Julia Taubitz krallt sich ihren sechsten Gesamtweltcup, fünfter in Folge. 0,006 Sekunden und vier Punkte – so knapp kann man Siegen. Bei den Männern feiert Felix Loch den achten Gesamtsieg und den 57. Einzelsieg. Gleichauf mit Armin Zöggeler. Der Rekord soll nächsten Winter fallen, Loch will weitermachen – mindestens bis zur Heim-WM in Königssee.

Langlauf, bob, skeleton: entschieden, verletzt, geschichte geschrieben
Johannes Hoesflot Klaebo fällt mit Gehirnerschütterung aus, kann aber schon jetzt Sprint und Gesamtweltcup feiern. Johannes Lochner beendet seine Karriere mit dem Triple: Zweier, Vierer, Gesamtweltcup. Laura Nolte fährt das gleiche Programm, will aber weitermachen. Im Skeleton geht Matt Weston zum dritten Mal in Folge als Gesamtsieger ins Ziel – Deutschland bleibt ohne Titel. Die Saison ist vorbei, die Geschichten sind geschrieben. Wer jetzt noch zittern muss, hat verschlafen.
