Krieg im mittleren osten versetzt finalissima nach mailand: spaniens europameister treffen argentiniens copa-giganten im san siro

Der Krieg im Nahen Osten hat die Fußball-Welt aus den Angeln gehoben. Die Finalissima, das prestigeträchtige Duell zwischen dem Europameister Spanien und dem Copa-América-Sieger Argentinien, droht ins Wasser zu fallen – und findet möglicherweise ein neues Zuhause im San Siro. Mailand liegt in Führung.

Warum das spiel am 27. märz in katar geplatzt ist

Die ursprüngliche Idee: Lusail, das Stadion, in dem Lionel Messi 2022 die Weltmeisterschaft holte, sollte Schauplatz des Showdowns sein. Doch die Eskalation im Mittleren Osten zwang UEFA und CONMEBOL, den Stecker zu ziehen. Millionenverträge mit Katar stehen auf der Kippe, die Fifa schaltet sich ein, und plötzlich wird europaweit geklingelt. München sagt ab, Wembley ist belegt – und da kommt Mailand ins Spiel.

Inter und Milan, seit Kurzem selbst Eigentümer des Giuseppe-Meazza, haben grünes Licht signalisiert. Die Arena ist zwar nicht mehr state-of-the-art, aber die Atmosphäre ist unverkäuflich: 80.000 Zuschauer, ein Rasen, auf dem schon zehn Europapokalfinals über die Bühne gingen, und ein Terminkalender, der bis auf den 27. März noch Luft nach oben lässt. Die Liga hat bereits eine Freigabe in Aussicht gestellt – vorausgesetzt, Milan und Inter verzichten auf Heimspiele in der Woche zuvor.

Lautaro martínez jagt sein comeback – und die scaloneta will revanche

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Für Lautaro Martínez ist der Termin ein Glücksfall. Der Inter-Kapitän laboriert seit dem Champions-League-Kracher in Bodo noch an einem Muskelbündelriss im linken Wadenkopf, doch die Reha verläuft vorzeitig positiv. Sein Ziel: Fit für Florenz am 22. März, dann mit der Albiceleste nach Mailand einfliegen und vor heimischer Kulisse gegen die Furia Roja aufzulaufen. Gestern noch tauschte er Voice-Memos mit Walter Samuel, Assistent von Lionel Scaloni und ehemaliger Inter-Verteidiger. Die Botschaft: „Wenn das Spiel hier stattfindet, bist du der erste, der landet.“

Argentiniens Verband lehnte ein Gastspiel im Bernabéu vehement ab – zu groß der Verdacht parteilicher Bevorzugung, schließlich trägt Spanien das EM-Trikot. Die italienische Option wirkt da wie ein Kompromiss mit Promi-Faktor: Die Azzurri sind nicht beteiligt, Mailand gilt als neutrales Territorium, und die Ex-Kolonie von Inter und Milan bietet genug Stars auf beiden Seiten, um Tickets in Rekordzeit zu verkaufen.

Milliarden-frage: zahlt katar die rechnung für den ausfall?

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Doch die Geschichte hat einen Haken. Katar pocht auf seinen Vertrag und könnte die Partie auf unbestimmte Zeit verschieben – mit Verweis auf Klauseln, die eine „Force Majeure“-Rückversicherung versprechen. Die Fifa steckt zwischen den Fronten: Infantino will weder die Golf-Staaten noch die europäischen TV-Partner vergraulen. Eine Entscheidung soll bis Freitag fallen, doch hinter den Kulissen kursiert bereits ein Plan B: Sollte das Rennen Mailand gewinnen, will der italienische Verband die Einnahmen zu 60 Prozent an UEFA und CONMEBOL abtreten – ein Deal, der die verschobene Qatar-Vision entschädigen soll.

Die Zahlen sprechen für den Norden Italiens: 4,5 Millionen Euro Bürgschaft der Stadt, ein Sponsoring-Paket von Pirelli und Armani bereits unterschriftsreif, und ein Sicherheitskonzept, das die Polizei als „Routine nach der Olympiade“ bezeichnet. Die einzige Unbekannte: das Wetter. Ende März kann in der Lombardei Schnee fallen – oder 20 Grad Sonne. Die Wetter-App zeigt derzeit „wechselnd bewölkt“ an. Für den Rest ist der Countdown längst gestartet.

Entscheidung steht bevor, Tickets werden bereits reserviert – und sollte das Spiel tatsächlich im San Siro stattfinden, wäre es das erste Mal seit 1990, dass ein offizielles Finale zwischen Kontinentalmeistern außerhalb Asiens oder Amerikas ausgetragen wird. Die Fußball-Welt blickt nach Mailand. Die Uhren ticken. Die Fans warten. Und Lautaro Martínez sprintet – mit oder ohne Schnee.