Kreuzbandriss! drhv verliert julius drachau für die saison
Ein Schlag ins Kontor für den Dessau-Roßlauer HV: Julius Drachau wird dem 2.-Liga-Team monatelang fehlen. Der 22-jährige Rückraum-Schläger riss sich beim 31:28-Sieg gegen die HSG Krefeld-Niederrhein das vordere Kreuzband im rechten Knie – ohne Fremdeinwirkung, beim Tor zum 14:11.
Die Diagnose steht, die Folgen sind klar. Mindestens ein halbes Jahr Pause, vielleicht mehr. Für Drachau, für den Klub, für die komplette Saisonplanung.
Trainer radic: „er war gerade am aufbäumen“
Vanja Radic spricht mit gebrochener Stimme. „Das ist eine sehr bittere Nachricht für uns und für Julius extrem hart, gerade weil er sich in den letzten Wochen von Spiel zu Spiel gesteigert hat.“ Der Coach hatte den Allrounder zuletzt sowohl im Rückraum als auch im Innenblock eingesetzt – ein Schweizer Taschenmesser, gerade erst im Sommer fest verpflichtet.
Die Szene war schnell. Drachau nahm den Ball, zog ab, traf – und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Kein Gegner in der Nähe, nur das Knie, das wegknickte. Die Hallenakustik schluckte seinen Aufschrei.
Ein gebürtiger Magdeburger, ausgebildet beim SCM, mit Zweitspielrecht schon 2023/24 für Dessau aktiv. Nun die nächste Zwangspause. Die Zahlen vor der Verletzung: neun Spiele, 28 Treffer, 62-prozentige Wurfquote. Weg.

Drhv muss umplanung starten
Die Liga ist gnadenlos. Mit 24 Punkten steht Dessau derzeit auf Rang sieben, im Soll. Ohne Drachau wird die Rotation dünner. Der Kader ist jung, die Alternativen begrenzt. Sportdirektion und Trainerteam müssen innerhalb der nächsten zehn Tage Lösungen finden – intern oder über den Transfermarkt.
Drachau selbst wurde sofort operiert. Die Reha beginnt heute, Tag eins nach dem Eingriff. Die Saison ist für ihn gelaufen, der Club zahlt weiterhin voll. Verletzungsfall Nummer drei dieser Schwere innerhalb von 18 Monaten – das Statistik-Department will die Zahl nicht mehr lesen.
Für die Fans bleibt nur das Gefühl von Déjà-vu. Schon im Vorjahr fiel Linksaußen Schröder fünf Monate aus. Nun droht der nächste Kampf gegen die Zeit. Die Play-off-Chance lebt, aber ohne Drachau wird sie kleiner.
Die Handball-Welt dreht sich weiter, nur ein Knie bleibt stehen. Dessau muss gewinnen – mit oder ohne Julius Drachau. Die Saison wartet nicht.
