Kovac wehrt kritik ab: bvb noch nicht am limit!

Borussia Dortmund – Niko Kovac, der Coach der Schwarz-Gelben, lässt sich von der anhaltenden Kritik an der vermeintlich zu defensiven Spielweise seiner Mannschaft nicht beirren. In einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) verteidigte der Kroate seine Taktik und betonte das vorhandene Entwicklungspotenzial.

Die zahlen lügen nicht: bvb gehört zur angriffselite

„Die Statistik spricht für sich“, erklärte Kovac. „Wir erzielen im Schnitt mehr als zwei Tore pro Partie. Nur Bayern München und der VfB Stuttgart haben in dieser Saison mehr Treffer erzielt.“ Diese Fakten relativieren die Vorwürfe einer zu passiven Herangehensweise deutlich. Doch der 54-Jährige sieht durchaus Handlungsbedarf. „Wir haben fantastische Fußballer, eine hohe Qualität und spielen in dieser Saison nahe am Maximum. Dennoch merke ich im täglichen Training, dass wir noch Entwicklungspotenzial haben.“

Es ist ein Balanceakt: Kovac weiß, dass die Fans und der Verein in Dortmund sich nach der ersten Meisterschaft sehnen. Doch er warnt: „Manchmal braucht es Zeit, um diese Entwicklung zu vollziehen – Zeit, die es heutzutage so gut wie gar nicht mehr gibt.“ Der Druck ist immens, besonders vor dem Spitzenspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN), in dem es um die Vizemeisterschaft geht.

Stabilität als basis für attraktiven fußball

Stabilität als basis für attraktiven fußball

Kovac hält an seinem Credo fest: „Auf dem Fundament der Stabilität kann man Attraktivität aufbauen – umgekehrt ist das deutlich schwieriger.“ Er betont, dass die Mannschaft auf Erfolg ausgerichtet ist und dass „durchs Reden noch niemand Titel gewonnen hat.“ Die Sehnsucht nach dem Titel in Dortmund schadet den finanziellen Zielen des BVB keineswegs. „Der BVB stand 2023 kurz vor der Meisterschaft und 2024 im Champions-League-Finale. Die Teilnahme an der Champions League ist natürlich wirtschaftlich enorm wichtig, aber sie schließt doch nicht weitere, darüber hinausgehende Ziele aus?“, so Kovac.

Die Wahrheit ist: Kovac hat einen Kader, der spielerisch mehr kann. Die Frage ist, ob er in der verbleibenden Saison noch die nötige Zeit und Geduld hat, diese Potential voll auszuschöpfen. Der BVB steht am Scheideweg – und Kovac muss die richtigen Entscheidungen treffen, um den Weg zum Erfolg zu ebnen. Denn im Fußball zählen am Ende nicht die Versprechen, sondern die Ergebnisse – und die werden in Dortmund heiß erwartet.