Korpatsch wirft gesetzte cristian raus und jagt nächsten coup in linz
Tamara Korpatsch lachte nicht, sie stöhnte. 2:30 Stunden war sie auf dem Court, ihre Schlägerhand zitterte, als sie beim Matchball die rumänische Top-Favoritin Jaqueline Cristian mit einem platzierten Cross-Return in die Ecke nagelte. 4:6, 6:1, 6:4 – die Hamburgerin hat im oberösterreichischen Linz den nächsten Schritt auf dem Weg zurück in die Weltspitze gemacht.
Cristian hatte keine antwort auf korpatschs slice-variante
Nach dem ersten Satzverlust schien das Match in Richtung 6:2-Heimsieg für die Rumänin zu kippen. Doch Korpatsch wechselte früh auf Slice, zog Cristian ins Netz und provozierte 47 unerzwungene Fehler. Die Nummer 109 der Welt verwandelte damit ihre dritte Matchkugel und steht erstmals seit dem Februarfinale in Ostrava wieder im Achtelfinale eines WTA-Turniers.
Die 30-Jährige musste in die Quali, schlug dort unter anderem die ehemalige Wimbledon-Viertelfinalistin Jule Niemeier und bewies: Ihre Form ist kein Zufall. «Ich habe endlich wieder das Gefühl, den Ball zu lesen, bevor er aufschlägt», sagte sie mit heiserer Stimme. Die Statistik bestätigt es – 71 % Erfolgsquote beim zweiten Aufschlag, ein Wert, den selbst Top-20-Spielerinnen selten erreichen.

Top-100-rückkehr liegt in eigener hand
Schon ein Einzug ins Viertelfinale würde Korpatsch 55 Rankingpunkte bescheren und sie voraussichtlich auf Position 97 hieven. Die nächste Gegnerin ist die Ungarin Dalma Gálfi, gegen die Korpatsch in der Junioren-Davis-Cup-Vergangenheit eine makellose 3:0-Bilanz hat. Das Match ist für Mittwoch 11:00 Uhr angesetzt – Korpatsch will den Court vor dem Doppel der Osaka-Brady-Show haben, um keine Zeit für Nervosität zu lassen.
Trainer Alexander Knebel atmete nach dem Spiel tief durch: «Sie hat gelernt, Druck nicht mehr als Last, sondern als Turbo zu nutzen.» Der nächste Turbo könnte bereits in zwei Tagen folgen. Für die deutsche Tennis-Szene, die seit Kerbers Abtritt auf neue Gesichter wartet, wäre das mehr als ein Fußnote.
