Kompany verteidigt vinícius: geste der freundschaft vor dem rückspiel?

Madrid brodelt nach dem Champions-League-Duell zwischen Real Madrid und dem FC Bayern. Nicht nur das knappe 2:1 für die Königlichen sorgte für Diskussionen, sondern auch eine überraschende Szene zwischen Vinícius Júnior und Bayern-Trainer Vincent Kompany unmittelbar vor dem Wiederanpfiff. Eine Umarmung und ein kurzer Austausch – ein Signal der Solidarität inmitten eines hitzigen Wettbewerbs?

Die geste, die im tv unterging

Die geste, die im tv unterging

Die Szene, die zunächst im Champions-League-Kracher fast unbemerkt blieb, wurde im Nachgang von Amazon Prime gezeigt: Vinícius Júnior suchte Kompany in der Coachingzone auf, tauschte freundschaftliche Begrüßungen aus und umarmte den belgischen Coach. „Das ist das erste Mal, dass ich ihn getroffen habe“, erklärte Kompany später. Seine Worte, die er fand, waren dabei bemerkenswert: „Ich finde, Viní muss bleiben wie er ist. Und für mich hat er totale Unterstützung. Egal, ob er ein gegnerischer Spieler ist oder nicht.“

Kompanys Engagement für Vinícius reicht jedoch weit über diese spontane Geste hinaus. Nach den Vorwürfen des Rassismus gegen Vinícius in der Partie zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid hatte Kompany in einer zwölfminütigen Ansprache bei einer Pressekonferenz sein Unverständnis und seine Verurteilung geäußert. Er hatte sich klar auf die Seite des brasilianischen Stürmers gestellt und dabei auf eigene Erfahrungen mit Diskriminierung verwiesen.

„Ich finde, man braucht manchmal diese Spieler, die anders sind“, betonte Kompany. „Wir haben das auch und wir genießen die Erfolge dieser Spieler. Das war Franck Ribéry einmal für Bayern München. Man darf da eine Meinung haben, aber nicht über eine Grenze gehen. Und deswegen: viel Respekt für Viní.“ Die Anspielung auf Ribéry, den ehemaligen Star des FC Bayern, unterstreicht Kompanys Verständnis für die Rolle von Spielern, die aufgrund ihrer Persönlichkeit oder Spielweise polarisieren.

Vor dem Rückspiel in München nächste Woche äußerte Kompany noch einen Wunsch: „Ich will natürlich nicht, dass er zu gut spielt gegen uns, aber trotzdem wird das immer noch über dem Ergebnis bleiben.“ Eine Aussage, die mehr als nur sportliche Rivalität vermuten lässt.

Die Geste des Respekts und der Unterstützung von Kompany für Vinícius ist ein Zeichen der Menschlichkeit im hochkompetitiven Fußballgeschäft. Es zeigt, dass über sportliche Konkurrenz hinaus Wertschätzung und Solidarität möglich sind – ein wichtiges Signal in Zeiten zunehmender Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung im Sport.