Köln-rhein/ruhr: olympia-bewerbung nimmt fahrt auf – knappe mehrheit stimmt zu

Ein knappes, aber entscheidendes Ja: Die Bürgerinnen und Bürger von Köln und den umliegenden Kommunen haben bei einem Referendum den Weg für eine mögliche Bewerbung um Olympische und Paralympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 freigemacht. Das Ergebnis in der Domstadt fiel mit 57,39 Prozent Zustimmung am knappsten aus, doch die hohe Wahlbeteiligung von fast 40 Prozent unterstreicht das Interesse der Bevölkerung.

Die zahlen sprechen für sich: ein breites votum für olympia

Die zahlen sprechen für sich: ein breites votum für olympia

Insgesamt sprachen sich rund zwei Drittel der abgegebenen Stimmen in den 17 nordrhein-westfälischen Kommunen für die Bewerbung aus. Ministerpräsident Hendrik Wüst bezeichnete das Ergebnis als „ganz spektakulär“ und sprach von einem „breiten Bürgervotum“. Doch die Euphorie wird gedämpft: In Herten, wo Mountainbike-Wettbewerbe geplant waren, wurde das erforderliche Quorum verpasst, was die Kommune aus dem Bewerbungsrennen wirft. Ein herber Rückschlag für die Region.

Die Zustimmung der Bevölkerung stellt für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ein wichtiges Kriterium dar, doch die Entscheidung liegt letztendlich bei den Delegierten und insbesondere den internationalen olympischen Verbänden, die am 26. September in Baden-Baden über den deutschen Bewerber abstimmen werden. Die internationale Konkurrenz ist groß, und die Bewerbungskonzepte müssen bis Anfang Juni angepasst werden. Die internationale Strahlkraft wird dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Neben Köln-Rhein/Ruhr haben auch München bereits eine positive Entscheidung erzielt. Hamburg wird am 31. Mai ebenfalls ein Referendum durchführen, während in Berlin ein solches nicht vorgesehen ist. Die DOSB-Bewertung erfolgt anhand einer komplexen Matrix, die neben der Zustimmung der Bevölkerung auch weitere Faktoren berücksichtigt. Die Frage ist, ob die knappe Mehrheit in Köln ausreichend ist, um die Konkurrenz auszustechen und die Olympischen Spiele nach Nordrhein-Westfalen zu holen.

Die Entscheidung von Herten wirft einen langen Schatten auf die gesamte Bewerbung. Ein verpasstes Quorum kann die Glaubwürdigkeit der Region schwächen und die internationale Evaluierungskommission verunsichern. Es bleibt abzuwarten, ob die anderen Kommunen die entstandene Lücke schließen können.