Kölner haie jagen berlin: revanche glüht schon im halbfinale
Die Schmach von 2025 brennt noch. Nach drei 0:7-Klatschen im Finale wollen die Kölner Haie den Eisbären Berlin jetzt schon im Halbfinale die Geduldschnur ziehen – und sie haben die besseren Karten.
Das tabellenbild ist diesmal verkehrt
Sechster gegen Erster? Stimmt – nur steht Köln oben. 116 Punkte, Rekord eingestellt, 16 Siege am Stück. Berlin hingegen taumelt mit Platz sechs und einer Geißel an Verletzten in die Serie, die am Mittwoch (19 Uhr) in der Arena losgeht.
Die Haie haben sich in den Viertelfinals keine einzige Blöße gegeben, fegten Schwenninger in vier Spielen vom Eis. Berlin brauchte sechs Partien und ein Overtime-Krimi, um Straubing zu beseitigen. Dramatik ist Publikumsmagnet – Punkte sind aber Macht.

Finnland-kollektiv liefert brandbeschleuniger
Kari Jalonen, DEL-Trainer des Jahres, lotste sechs Landsleute an den Rhein. Das Ergebnis: ein Abwehrverbund, der selbst Mannheimer Angriffslust abdreht, und ein Torwart, der die Liga in den Schatten stellt. Janne Juvonen – Fangquote 93,14 %, fünf Shutouts, Gegentorschnitt 2,01 – ist nicht nur Schlussmann, sondern auch Spieler des Jahres. Ein Wall, kein Netz.
Die Eisbären kontern mit Erfahrung und Selbstglaube. Zwölf Meister-Titel seit 2005 sprechen eine deutliche Sprache. „Wir wollen den dritten in Folge“, sagt Lean Bergmann. Die Verletzungsmisere habe den Charakter geschmiedet, nicht gebrochen.

18.600 Fans warten auf den knall
Kölns Lanxess-Arena wird brechend voll sein – 18.600 Zuschauer-Schnitt in den Playoffs, europaweiter Rekord. Berlin, München und Mannheim folgen mit ähnlich dicken Hausnummern. Die DEL dürfte den Zuschauerrekord von 10.719 aus dem Vorjahr pulverisieren. Geld regiert die Liga, Emotionen füllen die Hallen.
Die Haie tragen die Favoritenrolle mit einem Körpergefühl, das zwischen Euphorie und Vendetta schwankt. Die Eisbären wissen: Wer Köln stoppt, stoppt die ganze DEL. Revanche beginnt im Kleinen – im Halbfinale, nicht erst im Finale. Und sie beginnt mit einem finnischen Torwart, der letzte Saison noch in der zweiten Liga spielte. Manchmal reicht ein einziger Transfer, um ein ganzes Playoff-Tableau zu verschieben.
