Köln droht vor gladbach-derby blackout: el mala fällt krank aus – jetzt zittert der fc
Der 1. FC Köln rutscht in die nächste Verletzungskrise. Said El Mala, Torschützenkönig und Hoffnungsträger, fehlt vor dem Rhein-Duell gegen Borussia Mönchengladbach krankheitsbedingt – und reiht sich damit in eine lange Liste von Ausfällen ein, die den Aufsteiger bereits am Rande der Belastbarkeit hält.
Neun tore, vier vorlagen – und jetzt: leere
Der 19-Jährige war es, der zuletzt dem FC die Punkte rettete: gegen Hamburg, gegen Hoffenheim. Mit neun Treffern und vier Assists ist er nicht nur bester Schütze des Klubs, sondern auch das einzige Mittelfeld-Turbow, das Gegner in Verzug bringt. Ohne ihn wirkt Köln plötzlich berechenbar. Trainer Lukas Kwasniok muss am Samstag um 15.30 Uhr im Müngersdorfer Stadion improvisieren – und das ausgerechnet gegen den alten Rivalen, der die Geißböcke seit Jahren dominiert.
Doch El Mala ist nur die Spitze des Eisbergs. Fynn Schenten laboriert an einer Virusinfektion, Jakub Kaminskischont nach einem Schlag auf den Fuß, Florian Kainz kämpft mit einem geprellten Sprunggelenk. Drei weitere, die individuell trainierten, aber fraglich sind. Die Zahl der verletzten oder gesperrten Profis steigt auf zehn – ein Wert, der selbst in den verrücktesten Saisonen selten erreicht wurde.

Castro-montes, schmied, hübers, kilian – das lazarett wächst
Dazu kommen die Langzeitverletzten: Alessio Castro-Montes und Joel Schmied mit Muskelbündelrissen, Timo Hübers nach einer komplexen Knieoperation, Luca Kilian mit einem Kreuzbandriss. Die Abwehrzentrale ist faktisch komplett weggebrochen. Wer hinten die Ordnung halten soll, ist offen. Die Antwort lautet wohl: ein Notverbund aus Junioren und Umgeschulten.
Ein Hoffnungsschimmer: Jan Thielmann und Denis Huseinbasic kehrten nach muskulären Problemen ins Training zurück. Dom Reparaturbetrieb reicht das kaum. Sebastian Sebulonsen fehlt gelbgesperrt, Jahmai Simpson-Pusey rotgesperrt. Die Personalplanung gleicht einem Puzzle mit fehlenden Hälften.
Die Bilanz seit Jahresbeginn: zwei Siege, vier Remis, sieben Niederlagen. Die Tabelle lügt nicht. Köln steht auf Abstiegsplatz 16, nur zwei Punkte vor dem Relegationsrang. Das Derby gegen Gladbach ist damit mehr als Prestige – es ist eine Zäsur. Verliert der FC, rutscht er erstmals seit 2019 auf Rang 17. Die Fans wittern das Debakel, der Vorstand schweigt, der Trainer sucht nach Worten.
Kwasniok muss sich entscheiden: Mauertaktik und Konterglück, oder doch das offensive Kombinationsspiel, das er predigt? Beides hat in dieser Saison versagt, wenn die Personaldecke so dünn wurde wie jetzt. Die letzte Frage bleibt offen: Wer schießt am Samstag die Tore, wenn nicht einmal der Torschützenkönig laufen kann? Die Antwort wird sich um 17.30 Uhr zeigen – spätestens dann zählt nur noch der Stand auf der Anzeigetafel.
