Köln brennt: füchse berlin jagen magdeburg und ihre letzte krone

Am Samstag um 15 Uhr wird die Lanxess Arena zur Schmiede. Dort schlagen die Füchse Berlin gegen den SC Magdeburg nicht nur um den Einzug ins Champions-League-Finale – sie schlagen auch um eine Rechnung aus dem vergangenen Jahr und um das letzte Kapitel zweier Legenden.

Andersson und milosavljev: abschied mit gold im gepäck?

Lasse Andersson packt den Ball, wirft ihn hoch, fängt ihn wieder. Sechs Jahre lang trug der Däne das Trikot mit dem Fuchs – am Sonntag könnte er es zum letzten Mal tragen. Neben ihm im Tor steht Dejan Milosavljev, sieben Jahre Fuchs, bald Ex-Fuchs. Die beiden haben alles gewonnen: Meisterschaft, Pokal, Supercup. Alles außer der Henkelpott. "Wenn wir den Pokal holen, habe ich meinen Traum erfüllt", sagt Milosavljev knapp. Kein Pathos, nur Präzision – genau wie seine Paraden.

Magdeburg wartet mit offener rechnung

Magdeburg wartet mit offener rechnung

Das letzte Duell im Mai 2025 war eine Demontage: 32:39, 33:35 – die Füchse liefen hinterher wie Schuljungen. Im Finale der Champions League 2025 setzte es dann den K.o. im K.o.. Magdeburg feierte, Berlin trauerte. Nun sitzt der SCM wieder im Halbfinale. Bundestrainer Alfred Gislason prophezeit: „Das wird ein Spiel, das sich in den letzten Aktionen entscheidet.“

20.000 Zuschauer, eine kathedrale, null raum für fehler

20.000 Zuschauer, eine kathedrale, null raum für fehler

Die Lanxess Arena, von Spielern nur „Kathedrale des Handballs“ genannt, wird mit 20.000 Zuschauern kochen. Mathias Gidsel nennt das Final Four „den Superbowl des Handballs“. Und Gidsel weiß, wovon er spricht: Nur wer an diesem Wochenende die Nerven behält, trägt am Sonntag die Krone Europas.

Andersson wischt die Frage nach der Vergangenheit beiseite: „Letztes Jahr war letztes Jahr.“ Eine knappe Antwort, fast schon lapidar. Aber dahinter steckt der ganze Stolz eines Teams, das nicht noch einmal als Zweiter enden will. Am Samstag zählt nur der erste Schlag. Und vielleicht der letzte.