Köln bangt um revanche: kwasniok setzt auf robustes derby-tempo
Sechs Spiele ohne Sieg nagt am Rhein. Am Samstag, 15.30 Uhr, steigt das 1. FC Köln-Revierfeuer gegen Borussia Mönchengladbach – und Trainer Lukas Kwasniok schickt seine Mannschaft mit einer klaren Kampfansage ins Geisterspiel: Zweikampf oder Nichts.
Die 94. minute in hamburg brennt noch nach
Felipe Chavez und Kristoffer Lund wirbelten wie Getriebene, Fabio Baldé lachte ihnen ins Gesicht. Sekunden später drehte Otto Stange Isak Johannesson mit einem Haken aus, den selbst Fans auf der Tribüne voraussehen konnten. Fast hätte Rav van den Berg das 1:2 nur noch entschärfen können. Diese Szene – die vierte Minute der Nachspielzeit – ist Kwasnioks Lehrstück für das derby. „Wir müssen lernen, dass ein einziger Moment reicht, um alles zu versauen“, sagt er knapp. Die Lösung: Robustheit, Körper, Tempo. Vor allem: keine erneute Einladung für Gladbachs Konter.
Die Zahlen lügen nicht: 52 Prozent Zweikampfquote über die Saison – das klingt solide. Doch Zahlen zählen nicht, wenn das Spiel auf Messers Schneide steht. Kwasniok weiß, dass sein Team in Hamburg „in den meisten Momenten voll da“ war. Der Rest reicht eben nicht. „Wenn ich den Zweikampf nicht gewinne, ziehe ich zumindest das Foul“, fordert er. Revanche ist kein Schimpfwort für ihn: „Wenn das Wort herhalten muss, dann nenne ich das so.“

Kein mittelfeld-trio, dafür mehr biss
Im Hinspiel lief Johannesson, Denis Huseinbasic und Florian Kainz auf – ein spielerisches Dreigestirn, das 1:3 verlor. Diesmal wird Kwasniok auf dieselbe Formation verzichten. Der Grund: Konterabsicherung. „Gute Fußballer bringt man erst später, wenn das Spiel ein bisschen zerhackt ist“, erklärt er. Statt Tiki-Taka setzt er auf Stress für die Gladbacher Abwehr, auf Sprintduelle, auf Eckbälle, die das Stadion wummern. Die Devise: Bedrohen, statt behäbig kombinieren. Denn wer in beiden Strafräumen die Zweikämpfe verliert, verliert auch das derby – und vielleicht die Saison.
Ein Sieg würde Köln nicht nur von Platz 15 wegkatapultieren, sondern auch Kwasnioks Job sichern. Die Fans warten seit Wochen auf ein Lebenszeichen. Gegen die eigenen Nachbarn wäre es mehr als drei Punkte – es wäre ein Befreiungsschlag, der bis in den Sommer hallt.
