Koke trägt atlético: tränen und trotz nach final-drama

Sevilla – Die Stille in der Mixed Zone von La Cartuja war fast greifbar, nur unterbrochen vom leisen Wimmern. Koke, Kapitän von Atlético Madrid, war der Einzige, der sich dem Mikrofon stellte, während seine Mitspieler den Schock der verlorenen Champions-League-Finale gegen den FC Sevilla verarbeiteten. Ein bitteres Ende für eine Mannschaft, die sich so wacker gegen alle Widrigkeiten zur Verfügung gestellt hatte.

Die last der verantwortung auf den schultern des kapitäns

Die last der verantwortung auf den schultern des kapitäns

Die Augen des Routiniers waren gerötet vom Weinen, ein Spiegelbild der Enttäuschung, die sich über den gesamten Verein gelegt hatte. 120 Minuten lang hatte er gekämpft, hatte sich dem Gegner mit jeder Faser seines Körpers entgegen gestellt – ein Beweis seines unermüdlichen Einsatzes, der in den letzten Jahren immer wieder in Frage gestellt wurde. Doch Koke lässt sich nicht unterkriegen. Mit zerrissener Trikot, das mehr Schweiß und Tränen gesehen hat als jedes andere im Kader, wischte er sich die Augen und nahm die Worte in die Pflicht, die seine Mitspieler nicht fanden.

Die Niederlage im Elfmeterschießen kam unerwartet. Atlético hatte über das gesamte Spiel hinweg Rückstand aufgenommen und kämpfte sich immer wieder zurück ins Spiel. Die Mannschaft hatte bereits deutlich größere Hürden überwunden, doch dieses Mal war es einfach nicht ihr Tag. Aber Koke weiß, dass es im Fußball selten fair zugeht. Und er weiß auch, dass Atlético nicht aufgeben wird.

Die Erinnerung an den Triumph von 2013 ist noch lebendig. Vor 13 Jahren, mit 21 Jahren, feierte Koke seinen ersten und bisher einzigen Champions-League-Titel. Die damaligen Tränen der Freude standen in krassem Gegensatz zu den heutigen Tränen der Enttäuschung. Damals pflanzte er stolz das Atlético-Wappen auf den Rasen des Estadio Santiago Bernabéu – ein Bild, das für immer in die Vereinsgeschichte eingehen wird. Und er wird auch diese aktuelle Niederlage überwinden.

Gemeinsam mit Trainer Diego Simeone wird Koke nun die Aufgabe haben, die Köpfe der Spieler wieder aufzurichten. Es wird nicht einfach, aber Atlético hat schon größere Stürme überstanden. Die Champions-League-Reise ist zwar vorerst beendet, aber die nächste Saison steht schon vor der Tür. Und Koke wird auch dann wieder vorneweg gehen, mit dem unbändigen Willen, den Titel zu holen, den die Fans so sehnsüchtig erwarten. Die Champions League mag kompliziert sein, aber Atlético wird träumen.