Kokain zerstörte seine karriere: janmaat packt aus

Daryl Janmaat stand 2015 vor 52.000 Fans im St. James’ Park und jubelte über sein Tor gegen Watford. Heute, mit 36, sitzt er vor der Kamera und gesteht: Kokain war stärker als ich. Der ehemalige Außenverteidiger von Newcastle United beendete seine Karriere mit 32 – nicht wegen eines Knies, sondern wegen einer Sucht, die ihn Freunde, Ehe und Selbstrespekt kostete.

Die lügenkaskade nach dem knie-trauma

Als das Kreuzband riss, glaubte Janmaat, die Kontrolle zu behalten. Doch die Nächte in den VIP-Lounges von Amsterdam und London wurden länger, das Weiße zur Routine. „Ich log meine Frau an, log meine Physiotherapeuten an, log mich selbst an“, sagt er im Dokumentarfilm „Real Men Don’t Cry“. Die Sponsoren wussten von nichts, die Klubs ahnten es nicht – oder wollten es nicht wissen. Ein Bier nach dem Training wurde zur Line nach der Pressekonferenz.

Die Trennung von seiner Frau folgte 2021. Janmaat zog sich zurück, spielte in den Niederlanden nur noch unter Pseudonym in Amateurligen, um das Gefühl nicht zu verlieren. Sein Bankkonto schrumpfte, die Nasenscheidewand ebenso. Erst als ein Jugendfreund ihn mit einem Video konfrontierte – 30 Sekunden, wie er nackt auf dem Sofa zittert –, brach die Schamwelle.

Warum der fall janmaat die fifa beschäftigt

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Die Weltverbandärzte schalten sich ein. Seit der Dokumentarfrei- gabe verzeichnet die FIFA-Hotline zur Drogenberatung bei Profis einen Anstieg von 38 Prozent. Janmaat ist kein Einzelfall, nur der erste, der öffentlich spricht. „Wenn ein Spieler mit 90.000 Euro Wochengehalt nicht heilen darf, ohne als Versager zu gelten, haben wir ein Systemproblem“, sagt Ex-Nationaltorwart Edwin van der Sar, der den Niederländer beim Weg in die Klinik begleitete.

Janmaat trainiert heute Kinder in Utrecht – ohne Bezahlung, ohne Sponsor. Seine Knie sind kaputt, seine Stimme nicht. Er will, dass die nächste Generation nicht erst auf die harte Tour lernt, dass der härteste Gegner manchmal im eigenen Kopf spielt.