Knie-check bei eintracht: santos fliegt raus, zetterer wird zur notnadel
Kaua Santos war noch nicht mal eine Minute auf dem Rasen, da lag er schon wieder. Zum zweiten Mal in zwölf Monaten droht dem Brasilianer eine Zwangspause wegen des rechten Knies – und Eintracht Frankfurt droht ein personeller Engpass zwischen den Pfosten.
Die kollision mit matanovic
Erste Sekunde, erster Ball, erste Attacke. Ex-Frankfurter Igor Matanovic stürmte, Santos kam raus, Bein gegen Bein. Die Bilder sahen nach Kreuzband-Alptraum aus, doch der Check entlastete: Innenband, mehrere Wochen. Keine OP, aber ein Déjà-vu. Im März 2025 riss ihm genau dieses Kreuzband – damals war er acht Monate raus. Nun die nächste Unterbrechung, diesmal ohne chirurgisches Messer, aber mit dem gleichen Gefühl des Vorbeigehens.
Albert Riera sprach von „nicht gut“, Sportdirektor Markus Krösche atmete auf, weil das Kreuzband diesmal verschont blieb. Doch die Zahlen sind hart: 16 Pflichtspiele hatte Santos in dieser Saison absolviert, der Klub hatte ihn trotz Patzer gegen Köln und Bochum gestützt – wegen seiner Reflexe, wegen seiner Fußball-Gene. Nun steht er wieder auf Null.

Zetterer nutzt seine stunde
Michael Zetterer stand bereit, wie schon beim 2:0 gegen Freiburg. 31 Sekunden nach Santos’ Auswechslung parierte er ein Kopfball-Glanzstück von Lucas Höler. Die Mauer jubelte, Zetterer winkte ab – Bescheidenheit als Trumpf. Der 29-jährige Deutsche kam im Winter 2025 als Nummer-drei-Kandidat, nun wird er zur festen Größe. Vertrag bis 2027, bisher nur 347 Bundesliga-Minuten – das ändert sich schlagartig.
Die Statistik spricht für ihn: In seinen letzten drei Einsätzen kassierte Zetterer kein Gegentor, zwei Siege, ein Remis. Die interne Analyse listet 2,3 Ballaktionen pro Spiel mehr als Santos, eine Ausstrahlung, die die Viererkette beruhigt. Riera lobte nach dem Freiburg-Spiel die „ruhige Hand“, vor allem aber die Entscheidungssicherheit bei abgewehrten Standards.

Die planung gerät ins wanken
Frankfurt wollte in dieser Woche über eine Verlängerung für Santos verhandeln. Die Gespräche sind auf Eis gelegt. Der Brasilianer sollte die neue Nummer eins werden, nun prüft die sportliche Leitung den Markt. Namen wie Marvin Schwäbe (Köln, Vertrag 2027) oder Alexander Nübel (Bayern-Leihe endet 2026) kursieren intern – doch ein Winter-Wechsel ist unrealistisch, die Lizenzperiode ist geschlossen.
Die nächsten Gegner: Heimspiel gegen Leipzig, Auswärtsaufgabe in Augsburg, Pokal-Viertelfinale in Bremen. Drei Partien, neun Punkte, ein Vierteljahresziel. Ohne Santos, aber mit Zetterer – und mit der Erkenntnis, dass die Torhüter-Frage offener ist als gedacht. Santos wird auf der Bank sitzen, das Knie bandagiert, die Zukunft ungewiss. Die Eintracht muss gewinnen, sonst droht der Anschluss an die internationalen Plätze zu platzen.
Die Saison ist keine 90 Minuten mehr, sondern ein Marathon mit Wechselbad. Frankfurt hat gerade einen Schlüsselspieler verloren – und vielleicht einen neuen gefunden. Zetterer ist keine Dauerlösung, aber er ist die Lösung der Stunde. Und die Uhr tickt laut.
