Knicks-offensive krachtlos: schiedsrichter-debatte überschattet finals-debakel
New York – Die Traumreise der New York Knicks in den NBA-Finals hat am Dienstagabend einen bitteren Dämpfer erfahren. Gegen die San Antonio Spurs kassierten die Knicks eine deutliche 111:115-Niederlage, die nicht nur sportlich schmerzt, sondern auch eine hitzige Debatte um die Schiedsrichterentscheidungen auslöste. Der Traum vom ersten Titel seit 1973 ist damit zumindest vorerst geplatzt.
Coach brown wettert nach dem spiel gegen die unparteiischen
Während die Spurs durch den aufstrebenden Victor Wembanyama in der Schlussphase das Spiel kontrollierten, suchte Knicks-Trainer Mike Brown nach Gründen für die Niederlage – und fand sie in den Entscheidungen der Schiedsrichter. Nachdem er zunächst die Spurs gratulierte, richtete er seinen Fokus schnell auf die Unparteiischen. „Ich hätte nie erwartet, in einem NBA-Finale zu erleben, dass eine Mannschaft 24 Freiwürfe in der zweiten Halbzeit bekommt, während die andere nur acht hat“, wetterte Brown sichtlich frustriert. Die Diskrepanz im Freiwurfverhältnis – 32:22 zugunsten San Antonios – wirkte sich offensichtlich negativ auf das Spiel aus.
Die Zahlen lügen nicht: In der ersten Halbzeit hatten die Knicks noch leichtes Übergewicht bei den Freiwürfen (14:8), doch nach der Pause kippte das Verhältnis dramatisch. Brown bemängelte, dass sein Team kaum eine Chance habe, gegen eine so starke Mannschaft wie San Antonio aufzuholen, wenn man so wenige Freiwürfe bekomme. „Bei all den Fouls, die wir begangen haben, wurden wir nur viermal dafür belohnt? Das ist kaum zu kompensieren.“

Spieler widersprechen dem eigenen coach
Doch nicht alle in der Knicks-Delegation teilten Browns Sichtweise. Karl-Anthony Towns widersprach seinem Trainer direkt und erklärte den Schiedsrichtern, dass sie das Spiel nicht gekostet hätten. Auch Superstar Jalen Brunson räumte ein: „Wir haben auch wirklich gefoult.“ Diese Aussagen zeigen, dass die Meinungen innerhalb des Knicks-Teams über die Rolle der Schiedsrichter auseinandergehen. Brown ist jedoch kein Unbekannter, wenn es darum geht, sich bei den Offiziellen zu beschweren; bereits in Spiel 1 gab es laute Auseinandersetzungen.
Die Niederlage ist ein herber Rückschlag für die Knicks, die nun in der Finals-Serie mit 1:2 zurückliegen. Ob sie die Schiedsrichter-Debatte abschütteln und in der Nacht auf Donnerstag in Spiel 4 zurückschlagen können, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Die Spurs haben den Knicks eine deutliche Lektion erteilt – sowohl auf als auch neben dem Spielfeld.