Klopp-einfluss bei rb: schäfer enthüllt zerrüttung und mögliche rückkehr?
Leipzig – Die Trennung von Ole Werner bei RB Leipzig wirft lange Schatten. Guido Schäfer, Leipzig-Experte und enger Bekannter von Jürgen Klopp, hat im Sport1-Interview ein schockierendes Bild der Zustände im Schatten des globalen Red-Bull-Imperiums gezeichnet. Die Rolle Klopps bei der Entlassung Werners ist dabei ein zentraler Streitpunkt, der nun öffentlich diskutiert wird.
Die chemie zwischen werner und klopp passte nicht
Schäfer schildert eine zunehmende Zerrüttung zwischen Ole Werner und dem globalen Team um Jürgen Klopp. „Ole Werner war für diese Saison genau der Richtige“, betont er, „aber die Zerrüttung zwischen Ole und dem globalen Team von Jürgen Klopp ist schon länger her. Das ist nichts, was gestern passiert ist.“ Es scheinen unterschiedliche Erwartungen an die Zusammenarbeit bestanden zu haben. Während Werner seine eigene Vision verfolgte, versuchte das globale Team, ihn mit Anweisungen und Verbesserungsvorschlägen zu beeinflussen. Diese Interaktionen eskalierten zunehmend, und Werner ließ offenbar den Kontakt abkühlen.
Marcel Schäfer hatte Werner zunächst verteidigt, doch der Druck aus der Ferne, vermutlich aus Fuschl am See, war offenbar zu groß. „Ich glaube, das war schon seit Monaten klar, dass die erste Saison auch zugleich die letzte sein wird“, so Schäfer.

Klopp hat mitspracherecht – aber wie viel?
Die Frage, inwieweit Jürgen Klopp tatsächlich Einfluss auf die Entscheidung hatte, beantwortet Schäfer mit einem Augenzwinkern: „Sie müssen es ja so verkaufen.“ Trotz der 50+1-Regel, die die Entscheidungskompetenz eigentlich auf die Vereinsmitglieder beschränken sollte, sei klar: „Wenn es um Trainer und große Entscheidungen geht, haben Klopp und Co., natürlich auch den Segen von Red-Bull-CEO Oliver Mintzlaff. Die haben da schon ein gehöriges Mitspracherecht.“
Schäfer kritisiert zudem den Umgang mit Werner nach dessen Entlassung. „Irgendjemand hat diverse Medien immer wieder gefüttert mit Intimitäten, die nichts in der Öffentlichkeit zu suchen haben.“ Diese Praxis, die er als „katastrophal“ bezeichnet, habe sowohl Werner als auch das gesamte Team beschädigt.

Demichelis als nachfolger – ein kompromiss?
Der Wechsel zu Martín Demichelis scheint nun besiegelt. Schäfer vermutet, dass Demichelis sich bewusst ist, dass er in ein komplexes System einsteigt: „Es wird so sein, dass Klopp auch mal anruft, aber wenn der Martín Demichelis das gut macht, dann werden die Konsultationen der Globalen auch nicht so häufig sein.“
Allerdings stellt sich die Frage, ob der Kader überhaupt in der Lage ist, Klopps Fußballstil umzusetzen. Schäfer ist skeptisch: „Die Mannschaft, die RB momentan hat, die ist gar nicht zu diesem Spiel fähig.“ Die Suche nach dem perfekten Spielplan und die Balance zwischen individueller Freiheit und globaler Kontrolle werden auch in Zukunft die Herausforderung für RB Leipzig bleiben.
