Klopp packt aus: salah war fast nie ein thema – der plan b, der liverpool veränderte

Jürgen Klopp flog nach Liverpool, um ein Benefizspiel zu bestreiten, und landete mitten in seinem eigenen Transfer-Krimi. Vor dem Duell der Legenden zwischen den Reds und Borussia Dortmund rückte der 57-Jährische ins Anfield-Wrap-Mikro und plauderte aus dem Nähkästchen: Mohamed Salah war 2017 nur Option zwei – sein erster Wunsch hieß Julian Brandt.

Brandt statt salah? die wahrheit hinter dem mythos

Die Geschichte klingt wie ein Fußball-Märchen: Ein Verein sucht einen Flügelspieler, verhandelt mit sieben Kandidaten, verpflichtet schließlich den, der später 211 Tore schießt und zum Klub-Ikon wird. Doch hinter den Kulissen war nichts vorhersehmbar. „Wir sprachen mit Brandt, aber wir sprachen auch mit Salah“, sagt Klopp. Die Entscheidung fiel knapp, nicht aus taktischem Kalkül, sondern aus Bauchgefühl. „In diesem Moment waren wir überzeugter von Mo als er selbst.“

Salahs Zweifel waren gigantisch. Beim ersten Gespräch fragte er, wo er spielen solle. Klopp: rechts außen. Antwort Salah: „Aber dort steht doch Sadio Mané.“ Klopps Gegen-Vorschlag: „Kann Mané nicht links spielen?“ Salah: „Der ist für Coutinho.“ Ein Ping-Pong der Unsicherheit, der fast die Legende verhindert hätte.

349 Spiele, 211 tore, ein einziges mal zweifel

349 Spiele, 211 tore, ein einziges mal zweifel

Die Zahlen sind längst in Marmor gemeißelt. Kein Liverpool-Spieler erzielte in der Premier-Ära mehr Treffer in so kurzer Zeit. Doch die Dramaturgie bleibt menschlich. Klopp schwärmt, aber er erinnert auch an die schweißtreibenden Morgen, an die Streitgespräche, an die gemeinsamen Flüche nach Niederlagen. „Es war harte Arbeit von beiden Seiten“, sagt er und klingt dabei wie ein Vater, der gerade erfährt, dass sein Sohn die Weltreise antritt.

Salah selbst habe in dieser Woche geantwortet. Eine Nachricht, keine Abrechnung. Klopp wünschte ihm „ein Lächeln am letzten Spieltag“. Mehr muss nicht sein. Abschied ist kein Ende, sondern ein Schnappschuss, den man in die Tasche steckt.

Der tag, an dem brandt fast geschichte schrieb

Der tag, an dem brandt fast geschichte schrieb

Julian Brandt wechselte ein Jahr später für 25 Millionen Euro nach Dortmund, wurde Meister, Pokalsieger, Nationalspieler. Doch die Frage bleibt: Hätte er bei Liverpool 211 Tore geschossen? Wohl kaum. Brandt ist ein Tänzer, Salah ein Torjäger mit Turbo. Klopp lacht über die Retro-Debatte. „Was die Leute denken, ist mir egal.“ Fakt ist: Er entschied sich für den Ägypter, und die Zahlen sprechen für sich – für immer.

Am Sonntag läuft Salah beim letzten Heimspiel auf, 60 000 Menschen werden „Mo“ rufen, und am selben Abem schließt sich ein Kreis, der 2017 fast nicht entstand. Klopp wird auf der Tribüne sitzen, ein Benefizspiel bestreiten und wissen: Manchmal ist Plan B der bessere Plan A.