Klopp blockt bundestrainer-diskussion: „nicht der moment“

Die Stimmung war gedrückt, die Enttäuschung tief – kurz nach dem verlorenen Elfmeterschießen der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay stand Jürgen Klopp, als MagentaTV-Experte vor der Kamera. Doch statt in eine hitzige Debatte über die Zukunft des Bundestrainers einzusteigen, zog der ehemalige Liverpool-Coach die Bremse. Ein klares Statement, das die Gemüter erhitzen dürfte.

Klopps erfahrung spricht bände

„Ich bin der Einzige, der hier steht, der diese Situation schon hundertmal hatte“, erklärte Klopp mit einem Augenzwinkern. Er verglich den Moment mit den bitteren Niederlagen in der Champions League, wo die Suche nach den richtigen Worten im Angesicht der Enttäuschung besonders schwierig ist. „Da zu stehen und dann Worte zu finden – das kenne ich.“ Seine Worte waren gewichtig: „Was jetzt im Moment gesagt wird, würde ich im Idealfall direkt wieder vergessen.“

Es ist kein Geheimnis, dass Klopps Name in jeder Diskussion um den Bundestrainer-Posten fällt. Doch der Ex-BVB-Coach adressierte dies direkt und betonte, dass es schlichtweg nicht der richtige Zeitpunkt dafür sei. „Ich verstehe das, dass wenn über den Bundestrainer gesprochen wird, mein Name in irgendeiner Form genannt wird. Aber es ist nicht der Moment, um darüber wirklich zu sprechen.“

Eine kuriose situation

Eine kuriose situation

Die Situation wird noch dadurch verkompliziert, dass Klopp während der gesamten WM quasi an der Seite von Bundestrainer Julian Nagelsmann saß – den er zu Beginn des Turniers mit seinem berühmten „Noch“-Spruch ins Schwimmen gebracht hatte. „Das ist jetzt eine Kuriosität, dass ich hier stehe“, räumte Klopp ein und deutete damit auf die ungewöhnliche Konstellation hin.

Die Reaktionen aus dem DFB-Umfeld sind bereits eingetroffen. „Julian hat gesagt, was er gesagt hat. Rudi Völler hat gesagt, was er dazu gesagt hat…“, konstatierte Klopp. Doch er sieht das Ganze pragmatisch: „Das Wichtigste im Leben ist, wenn irgendwas eintritt, denkt man darüber nach, wie man damit umgeht. Und am nächsten Tag werden alle noch einmal nachgedacht haben – da fangen wir noch einmal an.“

Die Ruhe, die Klopp bewahrt, steht im krassen Gegensatz zu der Aufregung, die um den DFB und die Zukunft des Nationalteams herrscht. Ein klarer Appell für Besonnenheit, der in der aktuellen Situation mehr denn je gebraucht wird. Denn eines ist klar: Die Suche nach einem neuen Bundestrainer wird ein Marathon, kein Sprint.