Kleindienst kämpft sich zurück: comeback in den letzten saisonspielen!
Borussia Mönchengladbach bangt um den Klassenerhalt, und die Abwesenheit von Kapitän und Leistungsträger Tim Kleindienst (30) wiegt schwer. Doch der Nationalstürmer, der seit seiner schweren Meniskusverletzung fehlt, kündigt ein überraschend frühes Comeback an – bereits in den letzten Saisonspielen, inklusive dem entscheidenden Heimspiel.
Die mentale hürde: zusehen ist unerträglich
Die Zuschauerrolle ist für Kleindienst offenbar eine Qual. „Du sitzt auf der Tribüne und kannst nicht mithelfen. Eigentlich habe ich gar keinen Bock zuzugucken, sondern will mir einfach die Schuhe anziehen und loslegen“, gesteht er in einem Exklusiv-Interview mit Sport BILD. Diese Frustration ist verständlich, denn Kleindienst ist nicht nur als Torjäger, sondern auch als Kapitän und Aushängeschild für die Borussia-Elf von unschätzbarem Wert.

Ein straffer zeitplan: testwoche entscheidend
Kleindiensts Comeback-Plan ist ambitioniert. Er peilt eine Rückkehr in den letzten beiden Spielen der Saison an, wobei er sich vor allem auf das letzte Heimspiel konzentriert. Aktuell absolviert er Lauftraining und Ballarbeit, und nächste Woche steht ein umfangreicher Test an, der über seine Freigabe für das Mannschaftstraining entscheiden wird. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Funktionsanalyse liegen, um sicherzustellen, dass die Muskulatur bei Start-Stopp-Bewegungen, Richtungswechseln und Sprüngen optimal belastbar ist. Die Diskrepanz im Oberschenkelmuskel, die zuvor sechs Zentimeter betrug, ist mittlerweile deutlich reduziert – ein positives Zeichen.

Verzögerungen der vergangenheit: entzündungen bremsten den fortschritt
Die Rückkehr Kleindiensts verzögerte sich in der Vergangenheit aufgrund unerwarteter Komplikationen. Nach der ersten Meniskus-OP kam es zu Entzündungen im Knie und in den Schleimhäuten, die den Heilungsprozess behinderten und weitere arthroskopische Eingriffe erforderlich machten. „Es gab nach dem Eingriff keine Rückschläge mehr, nur Phasen, in denen man nicht richtig vorankam“, erklärt Kleindienst. Er betonte, dass er bewusst auf Risiken verzichtet habe, um das Gelenk zu schonen und eine nachhaltige Heilung zu gewährleisten.
Wm-traum lebt: motivation für die reha
Trotz der langen Leidenszeit hat Kleindienst seinen Traum von der WM nicht aufgegeben. Er nutzt das Ziel als mentale Motivation während der Rehabilitation. „Solche Ziele sind gerade in einer Langzeit-Reha wichtig für den Kopf. Denn man investiert wirklich viel Herzblut, Kraft und Schweiß“, so der Stürmer. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat sich bereits nach seinem Zustand erkundigt, was Kleindiensts Hoffnung auf eine Überraschung nährt.
Appell an die mannschaft: „jeder hat zwei beine!“
Auch während seiner Verletzungspause nimmt Kleindienst Einfluss auf das Team und fordert eine kämpferische Leistung im Abstiegskampf. „Jeder hat zwei Beine, die kann er nutzen, um zu rennen. Jeder hat einen Körper zum Kämpfen“, betont er. Er ist überzeugt, dass Borussia besser ist, als die bisherigen Leistungen vermuten lassen, und fordert von seinen Teamkollegen, alles zu geben, um den Klassenerhalt zu sichern. „Wir sind besser als das, was wir diese Saison bisher gespielt haben. Daher bin ich überzeugt, dass wir in der Liga bleiben.“
