Kläbo jagt schon die nächsten rekorde – 109. und 110. sieg in falun

Er ist frisch, er ist hungrig, und er hat keine Lust auf Pause. Johannes Hösflot Kläbo schraubt die Siegzahl auf 109, lacht in Falun und denkt schon an 2027. Die WM-Bahnen von Schweden werden zu seinem zweiten Wohnzimmer.

Kläbos doppelschlag kurz vor der weltmeisterschaft

Sprint am Samstag, Skiathlon am Sonntag – beide Male sah das Zielbild gleich aus: der Norweger mit der roten Startnummer, die Arme schon zum Jubel erhoben, bevor die Konkurrenz überhaupt die letzte Steigung sieht. 10 km klassisch plus 10 km frei, und wieder reichte ein einziger Antritt 300 Meter vor Schluss, um das Rennen zu sprengen. Cool winkt er ins Ziel, als hätte er nur eine Runde auf dem Laufband gedreht.

Die Zahl 109 ist kein Tippfehler. Sie steht für 109 Weltcupsiege, eine Marke, die vor zehn Jahren noch für unmöglich galt. Dazu kommen sechs Goldmedaillen aus Val di Fiemme – und trotzdem fragt sich keiner mehr, ob er motiviert bleibt. Die Antwort liefert er selbst: mit jedem Finishband, das er über die Brust reißt.

Norwegen dominiert, deutschland schaut zu

Norwegen dominiert, deutschland schaut zu

Hinter Kläbo kommen nur Landsleute. Harald Östberg Amundsen und Martin Löwström Nyenget machen das Podest komplett – ein Norwegen-Triple, das sich bereits in der zweiten Rennhälfte abzeichnete. Für Deutschland bleibt Platz 24, belegt von Florian Notz. Eine Zahl, die im Verband sofort die Debatte über Sprint- und Wechsellinie entfacht. Denn während die Skandinavier mit der Tiefe glänzen, suchen die DSV-Adler weiter nach dem Schlüssel zur Spitze.

Doch die Geschichte trägt einen anderen Namen. Kläbo. Und der denkt laut: «Ich will hier 2027 in sechs Rennen starten – und in allen verteidigen.» Ein Plan, der klingt, als schreibe er ein persönliches Manifest statt einer Saisonvorbereitung.

Die wm-generalprobe ist gelaufen

Die wm-generalprobe ist gelaufen

Falun ist kein Zufall. 2015 schon richtete das Skistadion die WM aus, und 2027 kehrt die Elite zurück – auf dieselben Strecken, dieselben Steigungen, dieselben Kurven. Kläbo hat sich die Karte eingeprägt, jeden Meter vermessen. Wer jetzt noch glaubt, die Saison nach Olympia sei ein Nachklapp, irrt. Für ihn ist sie das Probediktat für die nächste Titeljagd.

Die Konkurrenten? Sie reden von «kleinen Schritten» und «Detailarbeit». Kläbo redet nicht. Er fährt einfach weg. 2,8 Sekunden Vorsprung waren es am Sonntag, ein Schmunzeln im Ziel, dann die Antwort auf die Frage aller Fragen: «Ich fühle mich frischer als je zuvor.»

Die Langlauf-Welt hat eine Wahl: jagen, zuschauen – oder die Checkliste für 2027 frühzeitig abhaken. Denn wer jetzt schon 109 Mal gewann, dem reicht auch ein Hunderter für die nächste Dekade.