Kinskys albtraum-debüt: 17 minuten, die tottenham in scherben werfen
Ein Torwart, drei Patzer, 17 Minuten – und eine Champions-League-Karriere, bevor sie richtig begann, bereits in Triimmern. Antonin Kinsky wird diesen Abend in Madrid nie vergessen, denn seine erste Nacht in der Königsklasse endete in einem Debakel, das sich selbst erzkonservative Statistiker nicht mehr ausdenken konnten.

Das 3:0 nach 15 minuten – ein uefa-rekord der üblen art
Atlético feierte, Tottenham verlor nicht nur den Ball, sondern auch den Glauben. Schon nach 360 Sekunden rutschte Kinsky beim Rückpass weg, Marcos Llorente schob ein. Acht Minuten später glitt Micky van de Ven ab, Antoine Griezmann erhöhte. In der 15. Minute servierte Kinsky mit einem unrühmlichen Luftschlag Julian Álvarez das 3:0 – früher hat noch nie eine Klubmannschaft in einem K.o.-Duell so schnell drei Gegentore kassiert, meldet Opta. Die Wembley-Maschine war auf dem Metropolitano binnen eines Viertelstunden demontiert.
Trainer Igor Tudor reagierte gnadenlos, wechselte den Tschechen aus, doch die Botschaft war klar: Wer in der Champions League träumt, darf nicht einmal fünf Minuten lang wach liegen. Paul Robinson, einst Englands Nummer eins, sprach vom „Zerstören von Selbstvertrauen“, während Joe Hart sich sichtlich mit der Kamera schwer tat: „Mein Herz bricht für den Jungen.“
Doch die Geschichte ist mehr als ein einzelner Zusammenbruch. Sie ist ein Spiegelbild einer Mannschaft, die seit Wochen zwischen Anspruch und Realität driftet. Die Spurs kamen mit Hochglanz nach Spanien – und verloren im Minutentakt die Kontrolle über Pass, Raum und Nerven. Guglielmo Vicario, der Ersatzmann, kassierte direkt das 4:0 durch Robin le Normand; die Kettenreaktion war längst nicht mehr aufzuhalten.
Kinsky, umgeben von Betreuern, verschwand in den Katakomben. Die Kameras folgten ihm nicht, weil selbst die Bilder nichts mehr hergaben. Sein Debüt war nach 17 Minuten beendet – und wird dennoch ewig sein. Denn Rekorde sind auch dann Rekorde, wenn sie weh tun.
Tottenham muss nun in sieben Tagen in London eine Schippe Legendenmentalität aufaddieren, will man noch einmal ins Viertelfinale stapfen. Die Frage ist nicht, ob Kinsky jemals wieder zwischen den Pfosten steht, sondern wie schnell die Spurs lernen, dass man in der Champions League nicht mal kurz die Augen zumachen darf. Die Antwort wird das Rückspiel liefern – und sie wird gnadenlos sein.
